Nächtliche Operation

Kind bekam Pfeil ins Auge: Bub drohte zu erblinden

Heute ist für den sechsjährigen Ussman Sheeraz ein Freudentag. Der Bub aus NÖ wird aus dem Linzer Kepler Uniklinikum entlassen – und kann alles sehen! Das verdankt er Primar Matthias Bolz, der ihn in der Nacht von Freitag auf Samstag operierte. Bei einem Unfall beim Spielen hatte sich ein Holzpfeil in sein Auge gebohrt.

„Meine Buben spielten im Garten. Sie hatten sich Pfeil und Bogen gebaut, dann der Unfall!“, berichtet Sabah Iqbal (34) aus Ruprechtshofen bei Melk. Ein Stück des Holzpfeils bohrte sich in Ussmans Auge. In der Uniklinik St. Pölten wurde er untersucht, aber dann nach Linz verwiesen. Kein Einzelfall, dass das KUK bei verletzten Kindern für Spitäler aus anderen Bundesländern einspringen mus.

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Hätten wir nicht rasch gehandelt, hätte dem Buben eine dauerhafte Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung gedroht.

Matthias Bolz, Vorstand für Augenheilkunde am Linzer KUK

Neue Linse eingesetzt
Kurz vor Mitternacht traf die Familie in Linz ein. „Um 24 Uhr lag der Bub in Vollnarkose auf dem Operationstisch und ich entfernte vorsichtig den Fremdkörper“, sagt Matthias Bolz. Das Holz herauszuholen, ohne andere Teile des Auges zu verletzen, war der heikelste Teil der einstündigen OP: „Holz trägt viele Keime, das kann schnell zu Infektionen führen.“ Anschließend wurde eine neue Linse eingesetzt: „Wie bei einer Grauen-Star-Operation.“

Elisabeth Rathenböck
Elisabeth Rathenböck
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Dienstag, 03. August 2021
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