15.07.2021 21:27 |

„Noch nie dagewesen“

10.000 Niederländer wegen Unwetter evakuiert

Das Sturmtief Bernd hält mit seinen fatalen Auswirkungen nicht nur Deutschland in Atem. Auch in Belgien haben schwere Unwetter für Verwüstungen gesorgt und einen Blutzoll gefordert. Im Osten des Landes kamen vier Menschen ums Leben, die Leichen wurden im Bezirk Verviers gefunden. Bereits am Morgen gab es Berichte über zwei Tote. Ob die nun vier Gefundenen zu diesen zählen, war zunächst unklar. Um sich vor den Wassermassen in Sicherheit zu bringen, wurden 10.000 Menschen in den Niederlanden aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen.

Der öffentlich rechtliche Sender RTBF berichtete unter Berufung auf die Gouverneurin Catherine Delcourt, die beiden Toten seien in der Provinz Lüttich ums Leben gekommen. Laut „Grenzecho“ starb im belgischen Eupen in der Nähe von Aachen ein 22-Jähriger. „Wie von offizieller Seite bestätigt wurde, ist der junge Mann im Eupener Ortsteil Nispert mit einem Schwimmreifen in den reißenden Stadtbach gesprungen und wurde seitdem vermisst“, heißt es in dem Bericht.

Helfer haben einzelne Orte noch nicht erreicht
In Limburg wurden nach Angaben der Bürgermeisterin knapp 3000 Menschen in Sicherheit gebracht. Manche Orte könnten wegen zu starker Strömung nicht einmal per Boot erreicht werden, Hubschrauber könnten wegen des Wetters nicht eingesetzt werden.

100 Feuerwehrleute aus Niederösterreicher helfen
Ministerpräsident Alexander De Croo: „Belgien steht vor noch nie dagewesenen Regenfällen.“ Mithilfe von Innen- und Verteidigungsministerium sollen alle Rettungsdienste mobilisiert werden, auch Hilfe aus dem Ausland wurde bereits zugesagt. Aus Österreich sind bereits 100 Feuerwehrleute auf dem Weg nach Lüttich. Im Gepäck haben die Helfer 26 Rettungsboote, das Kontingent kann aber jederzeit aufgestockt und ebenfalls nach Belgien versandt werden.

Belgien erhalte internationale Unterstützung. Die EU-Kommission teilte mit, dass als Teil einer Sofortreaktion ein Rettungsteam und ein Hubschrauber aus Frankreich mobilisiert worden seien. Auch Italien und Österreich hätten Hilfe angeboten. Der Einsatz werde von der Kommission koordiniert und bis zu 75 Prozent der Transportkosten übernommen.

Dramatische Szenen auch in den Niederlanden
Die südniederländische Stadt Maastricht hat rund 10.000 Bürger und Bürgerinnen aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen. Mehrere Viertel der Stadt in der Provinz Limburg würden evakuiert, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Es wird erwartet, dass in der Nacht die Maas so stark über die Ufer tritt, dass Wohnviertel überschwemmt werden.

Auch die Stadt Roermond evakuierte Viertel, mehrere Hundert Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Wasserstände der Flüsse in den Niederlanden schwellen durch die Wassermassen schnell an. Die Armee schickte mehrere Hundert Soldaten, um zu helfen.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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