01.07.2021 22:32 |

„Das ist Schwachsinn!“

Lukas Weißhaidinger in Oslo auf Platz drei

Österreichs Leichtathletik-Ass Lukas Weißhaidinger hat beim Diskus-Auftakt in der Diamond League 2021 in Oslo den ganz starken dritten Platz belegt. „Das ist natürlich super, noch fehlte zwar etwas der Rhythmus. Aber mit dem Rang bin ich heute natürlich mehr als zufrieden!“, meinte Weißhaidinger. Nur zweimal war der Oberösterreicher in der Diamond League besser als in Oslo - und zwar mit zweiten Plätzen 2019 in Doha und Brüssel.

In Oslo fiel die Entscheidung in einem neuen, sehr umstrittenen Format, nach welchem die drei besten Werfer nach fünf Runden den Sieger unter sich ausmachen. Dabei setzte sich Weltmeister Daniel Stahl (Sd/65,72) vor Kristjan Ceh (Slo/ebenfalls 65,72) und Lukas Weißhaidinger (61,03) durch. Stahl wurde in diesem Final-Krimi bei der selben Weite nur deshalb Sieger, weil er in den Grunddurchgängen mit 68,65 m die größere Weite als Ceh (66,68) erzielt hatte.

Nach fünf Durchgängen hatte Weltmeister Daniel Stahl mit 68,65 m das Weltklassefeld vor U23-Weltrekordler Kristjan Ceh (66,68) und Lukas Weißhaidinger (65,67) angeführt. Mit seinem vierten Versuch von 65,67 m hatte sich der Österreicher knapp vor Andrius Gudzius (Lit/65,57) auf den dritten Platz vorbeigeschoben und damit noch das „Final 3“ erreicht.

„Das ist Schwachsinn“
Normalerweise haben ja alle Werfer einen letzten sechsten Versuch, doch die Organisatoren der Diamond League haben die Neuerung eingeführt, dass nur noch die drei Besten zum letzten Versuch antreten - und wer der am weitesten wirft, ist Gesamtsieger, egal, wie weit er zuvor geworfen hat. Eine umstrittene Regelung. Lukas Weißhaidinger konnte seine Siegchance aber nicht nutzen, als er bei den „Final 3“ nur 61,03 m weit warf. Zu wenig, um ganz vorne mitzumischen. „Da fehlte einfach noch der Rhythmus!“, wiederholte Weißhaidinger, der das neue Wettkampfsystem ablehnt: „Das ist Schwachsinn!“ Wie fast alle Athleten hofft er, dass im Herbst die Diamond League zu dem bewährten System mit sechs Versuchen für alle Athleten zurückkehrt.

Im Speerwurf feierte Österreichs Rekordlerin Victoria Hudson zuvor ihr Debut in der Diamond League. Mit gutem Erfolg. Sie belegte in dem Weltklassefeld mit im ersten Versuch erzielten 59,34 m den sechsten Platz. Nach diesem guten Auftakt riskierte sie alles und versuchte, die Top 3 zu erreichen, dabei war der dritte Platz zu diesem Zeitpunkt mit 60,86 m gar nicht Ewigkeiten entfernt. Nach einer neuen Regel der Diamond League machten die ersten Drei im sechsten und letzten Durchgang in einem Stechen den Sieg unter sich aus, der ging an Europameisterin Christin Hussong (D) mit 60,95 m.

Warholm pulverisierte Uralt-Rekord
Über 400 m Hürden verbesserte zum Abschluss des Meetings Karsten Warholm den Weltrekord über 400 m Hürden mit 46,70 Sekunden. Der Norweger verbesserte damit die fast 29 Jahre alte Bestmarke des US-Amerikaners Kevin Young um acht Hundertstel.

Diamond League in Oslo (Bislett Games):
Männer: Diskuswurf, „Final 3“: 1. Stahl (Sd) 65,72, 2. Ceh (Slo) 65,72, 3. Weißhaidinger (Ö) 61,03; Stand nach fünf Runden: 1. Stahl 68,65, 2. Ceh 66,68, 3. Weißhaidinger 65,67 (60,33 - x - 63,40 - 65,67 - x - 61,03);
Frauen: Speerwurf: 1. Hussong (D) 60,95; 6. Hudson (Ö) 59,34 (59,34 - x - x - x - 57,64).

Olaf Brockmann

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