Nach Urlaubsskandal
Sarkozy befiehlt seinen Ministern Ferien in Frankreich
Es könne nicht sein, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Staatsführung durch unbedachtes Verhalten beeinträchtigt werde, so Sarkozy nach Angaben seines Amtes am Mittwoch in Paris. "Was vor einigen Jahren noch als normal angesehen wurde, kann heute schockieren."
Urlaub mit Diktator Freunden löste Skandal aus
Der Skandal war durch einen Flug von Außenministerin Michele Alliot-Marie im Privatjet eines tunesischen Geschäftsmannes (der dem mittlerweile geflüchteten tunesischen Ex-Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali nahe steht) in ihrem Weihnachtsurlaub ausgelöst worden. Zu dem Zeitpunkt gab es bereits die ersten Demonstrationen gegen den später gestürzten Diktator Ben Ali. Die Opposition warf der Ministerin allzu große Nähe zum Regime vor und forderte ihre Ablösung. Die Ministerin sprach von "Lügen" und schloss einen Rücktritt aus, Sarkozy stellte sich hinter sie.
"Im Urlaub bin ich nicht Außenministerin"
"Ich dachte, dass ein Minister das Recht hat, Freunde zu haben", mit diesen Worten reagierte die französische Außenministerin Michele Alliot-Marie auf die Vorwürfe bezüglich des Urlaubs in Tunesien. "Wenn ich im Urlaub bin, bin ich nicht Außenministerin, ich bin Michele Alliot-Marie, die alte Freunde hat, die sie gewöhnlich in Frankreich empfängt, und die glücklich sind, ihr die eigene Heimat zu zeigen", verteidigte sich die konservative Politikerin.
Premierminister zu Besuch bei Mubarak
Zur selben Zeit ist außerdem ein Urlaubsflug von Premierminister Francois Fillon bekannt geworden. Der bestätigte, dass er kurz vor Silvester mit einem ägyptischen Regierungsjet von Assuan ins 200 Kilometer entfernte Abu Simbel geflogen worden sei. Er habe in Assuan auch den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak getroffen. Der autokratische Langzeit-Staatschef, der mit seinem Clan Milliarden in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll, steht durch Massendemonstrationen erheblich unter Druck.
Auch Sarkozy steht unter Beschuss
Francois Bayrou, der Chef der zentrumsbürgerlichen Partei "Mouvement Democrate", zieht aber auch Präsident Sarkozy in die Affäre. "Auch Sarkozy war in Marokko eingeladen, er verbrachte seinen Weihnachtsurlaub unter denselben Umständen wie Außenministerin Michele Alliot-Marie - ich würde fast sagen in denselben Flugzeugen, mit denselben Privilegien", behauptete Bayrou am Mittwoch im französischen Fernsehen. Deshalb stelle man eine Art Solidarität mit den Außenministerin fest, so der Chef der zentrumsbürgerlichen Partei.











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