23.06.2021 08:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Mutter kämpft um Betreuung für behinderte Tochter

Alle Eltern wünschen sich die beste Betreuung für ihr Kind. Für die schwerbehinderte 23-jährige Marlene wurde diese im Vorjahr gefunden. Einzig der Fonds Soziales Wien will dafür nicht bezahlen. Obwohl Richter, Gutachter und Ärzte dafür sind, besteht die Stadt auf eine weniger gute, dafür teurere Lösung.

Laut Mutter Martina H. gibt es weltweit weniger als zehn Menschen, die an derselben Behinderung wie Marlene leiden. Kurze Zeit nach der Geburt im Jahr 1998 haben die Ärzte der Familie diagnostiziert, dass es für das Mädchen kaum möglich sein wird, das Gehen zu erlernen. „Mit viel Mut, Schweiß und Tränen hat sich meine Tochter diese Fähigkeit sehr hart erarbeitet. Jetzt gilt es, das zu erhalten. Wenn uns das nicht gelingt, sitzt Marlene laut aktuellen medizinischen Befunden in ein paar Jahren im Rollstuhl“, schildert die Wienerin.

Nach Absagen von 17 Einrichtungen ist ihre Tochter, die nicht sprechen kann, derzeit in einer Tagesstruktur in Niederösterreich untergebracht. Dort wird im Rahmen einer Bio-Landwirtschaft mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen gearbeitet. „Marlene wird gut gefördert. Die Arbeit im Gartenbau und mit den Tieren ist eine große Motivation für sie. Die körperliche Bewegung ist besonders wichtig“, so Frau H.

Mutter ärgert, dass günstigere Einrichtung nicht bezahlt wird
Da die Einrichtung relativ neu ist und vom Fonds Soziales Wien (FSW) nicht anerkannt wird, weigert man sich dort, die Betreuung zu bezahlen. Man fordert, Marlene solle eine Einrichtung in Wien besuchen. Die Kosten wären für den FSW um ein Vielfaches höher. Frau H. versteht das nicht: „Man will die bessere und günstigere Variante nicht bezahlen, obwohl die Pflegschaftsrichterin und auch sämtliche Gutachter dafür sind, dass Marlene weiter dort bleibt. Derzeit unterstützt mich eine Elterninitiative bei den monatlichen Kosten.“

FSW bleibt hart
Auf Anfrage der Ombudsfrau bleibt der FSW bei seiner Absage. Es liege kein besonderer Ausnahmegrund vor, die Kosten für die nicht anerkannte Einrichtung zu übernehmen. Vor allem da ein Platz in einer Wiener Tagesstruktur, die anerkannt ist, angeboten werde könne. Man will also weder menschlich noch ökonomisch handeln. Schade!

 Ombudsfrau
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