31.05.2021 14:08 |

Etwa Mitte Juni

Digitaler Grüner Pass verzögert sich um eine Woche

Es hatte bereits Spekulationen gegeben, nun ist es fix: Der Grüne Pass mit QR-Code, der vor allem ein unkomplizierteres Reisen ermöglichen soll, wird sich um eine Woche verzögern. Statt 4. Juni dürfte der Start nun Mitte Juni erfolgen. Als Grund dafür werden kurzfristig durch die EU bekannt gegebene Änderungen der technischen Anforderungen genannt, die IT-Anpassungen in Österreich nötig machen. Damit werden die Österreicher ihre 3Gs - getestet, genesen oder geimpft - vorerst weiter in Papierform nachweisen müssen.

„In der vergangenen Woche wurden durch die EU kurzfristig Änderungen der technischen Anforderungen bekannt gegeben. Anpassungen für die nationalen Systeme sind daher noch erforderlich“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Dies führe dazu, „dass sich der Start des digitalen Grünen Passes mittels QR-Code jedenfalls um eine Woche verzögert und somit nicht wie geplant am 4. Juni stattfinden kann“.

„Arbeiten laufen auf Hochtouren“
Die Arbeiten für eine sichere und nutzerfreundliche Anwendung „laufen auf Hochtouren und werden von den Systempartnern, bestehend aus Bund, Ländern und Sozialversicherung, unterstützt“, so das Ressort. Einen fixen neuen Starttermin für den QR-Code gibt es nicht, die Umsetzung erfolge „schrittweise“. Die Gesetzesgrundlage für den EU-konformen Grünen Pass gelte jedenfalls ab 4. Juni. Der Einsatz des QR-Codes für Genesene und Geimpfte wird sich aber um mindestens eine Woche verzögern und in einer Übergangsphase schrittweise eingeführt. Bei den Tests gibt es teilweise jetzt schon QR-Codes, einen solchen wird es später bei allen Tests, die in Labors oder Teststraßen gemacht werden, geben.

Wie Sie dann zu Ihrem Grünen Pass kommen, können Sie hier nachlesen!

Kinder müssen erst ab zwölf Jahren zum Test
Bei den Kindern gibt es ab 1. Juli eine Änderung. Derzeit müssen sich Kinder ab zehn Jahren testen lassen, künftig ist das erst ab zwölf notwendig. Mit dieser Altersanhebung werden die Vorgaben mit den Impfungen synchronisiert, der Biontech/Pfizer-Impfstoff wurde nämlich für Kinder ab zwölf freigegeben.

Unterschiedliche Regeln trotz Grünem Pass
Im Juli soll der Grüne Pass EU-weit ausgerollt und danach die jeweiligen Zertifikate an den Grenzen durch die Mitgliedsstaaten gegenseitig anerkannt werden. Zu beachten gilt es allerdings, dass trotz Grünem Pass in allen Ländern unterschiedliche Regeln gelten. Man müsse sich vor einer Reise daher informieren, welche Vorgaben in dem jeweiligen Land gelten, rät das Ministerium.

FPÖ lehnt Grünen Pass weiterhin kategorisch ab
Die Kritik der Opposition ließ nicht lange auf sich warten: Die SPÖ meinte, wenn Kanzler Sebastian Kurz „nur halb so viel Zeit in die Umsetzung von Projekten wie in die Inszenierung stecken würde, stünde Österreich wesentlich besser da“, so Gesundheitssprecher Philip Kucher. Kurz würde „andauernd“ seine Versprechen brechen, verwies Kucher auf dessen Aussage, dass bis Ende Juni alle, die das möchten, geimpft sind. FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer ist generell gegen die Einführung des Grünen Passes, da dieser nur zu einer Spaltung der Gesellschaft führe und keinerlei Nutzen habe. „Ein Mensch hat nicht beweisen zu müssen, dass er nicht krank ist“, sprach Hofer in diesem Zusammenhang von einer Schikane.

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker empfahl auf eine österreichische Lösung zu verzichten und auf den EU-Pass zu warten. „Es wäre irrsinnig für 19 Tage eine teure nationale Lösung umzusetzen, die dann ohnehin von der EU-Variante abgelöst wird“, so Loacker, der für den Sommer auf eine Löstung hofft, die „Hand und Fuß hat“. Der Grüne Pass musste jüngst auch schon wegen Datenschutz-Bedenken viel Kritik einstecken - daraufhin kündigte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) Anpassungen an.

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