Heeresstandort-Debatte

Wohnbauträger liebäugelt mit der Rieder Kaserne

Die Zukunft der General-Zehner-Kaserne in Ried scheint ungewisser denn je. Nachdem am Dienstag Bürgermeister Albert Ortig überstürzt einen Gemeinderatsbeschluss für den Erhalt initiierte, wird in Heeres-Kreisen die Sanierung in Frage gestellt. Und ISG-Boss Pernsteiner gibt zu, Interesse am Areal zu haben.

„Es sind Gedankenspiele, wie bei anderen Projekten auch. Ich stelle mir die Frage, ob eine Sanierung der Rieder Kaserne um 90 Millionen Euro über 15 Jahre Sinn macht oder ein Neubau auf einem anderem Standort nicht sinnvoller wäre“, erklärt Herwig Pernsteiner von der ISG (Gemeinnützige Innviertler Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft). Er hat offensichtlich schon länger ein Auge auf das rund acht Hektar große Areal beim Riedberg geworfen.

Widmung fehlt
„Ich bin in der Sache aktiv, rede mit dem Einen oder Anderen. Die Entscheidung liegt nicht bei mir“, meint der Chef des Wohnbauträgers. Ein Kaufangebot hat die ISG nicht gemacht. Das Grundstück sei auch nicht für den Wohnbau gewidmet.

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Ich frage mich, ob 90 Millionen Euro über 15 Jahre für eine Sanierung der Kaserne sinnvoll sind oder doch ein Bau an einem neuen Ort

Herwig Pernsteiner, Vorstandsvorsitzender der ISG


Sanierung soll nicht möglich sein
Auch in Heeres-Kreisen wird über dieModernisierung der Kaserne spekuliert. Die Bausubstanz ist laut einem Insider so schlecht, dass eine Sanierung unmöglich sei. Er vermutet, dass der Standort Ried aufgelassen wird und ein Umzug nach Wels angedacht ist, wo Flächen freistehen. Es würde ein geringer Zubau notwendig sein.

Kasernen als Schutzinseln
Für FPÖ-Landeswehrsprecher Michael Gruber kommen solche Szenarien nicht in Frage: „Wir brauchen eine dezentrale Struktur. Auch im Falle eines Blackouts, da dienen Kasernen als Schutzinseln.“
Zur Causa „Kaserne“ Ried brachten nun auch die Neos eine parlamentarische Anfrage an Ministerin Klaudia Tanner (VP) ein.

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Mittwoch, 27. Oktober 2021
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