Lentos in Linz

„Wilde Kindheit“ mit starken Gefühlen und Momenten

Oberösterreich
12.05.2021 13:00
Kindheit ist ein glänzender Kieselstein, ein kuscheliges Haustier, der süße Geschmack von Erdbeeren. Kindheit ist aber auch nackte Angst und Verlassenheit. Das Kunstmuseum Lentos in Linz spürt in der Ausstellung „Wilde Kindheit“ mit 170 Werken Erinnerungen und Gefühlen nach, die vieles berühren. Sehenswert!

„Jeder Mensch muss sich mit der eigenen Kindheit auseinandersetzen, weil sie sein Leben bestimmt“, ist Sabine Fellner überzeugt. Sie hat in Zusammenarbeit mit Elisabeth Nowak-Thaller die große Ausstellung „Wilde Kindheit“ entwickelt, die bis 5. September zu sehen ist. Die beiden erfahrenen Kuratorinnen inszenieren rund 170 Werke in einer sternförmigen Kunstbühne, die den großen Saal des Lentos in Themennischen gliedert: „Unbekümmert“, „Vorbestimmt“, „Verträumt“, aber auch „Ohnmächtig“ sind Schlagworte dazu.

Die Kuratorinnen der Kindheits-Ausstellung: Elisabeth Nowak-Thaller (li.) und Sabine Fellner (Bild: Alexander Schwarzl)
Die Kuratorinnen der Kindheits-Ausstellung: Elisabeth Nowak-Thaller (li.) und Sabine Fellner

Kunst aus mehr als 100 Jahren
Auf der Zeitleiste beginnt die Präsentation in der Wiener Moderne um 1900, und sie greift herauf bis in die Gegenwart. Imposant der Mix an Medien, denn neben klassischen Gemälden gibt es viele Videos, Skulpturen, Rauminstallationen und Fotografien.

Die Wiener Fotografin Nurith Wagner-Strauss verbindet Abenteuer-Romantik mit Sprachlosigkeit untereinander (Bild: Alexander Schwarzl)
Die Wiener Fotografin Nurith Wagner-Strauss verbindet Abenteuer-Romantik mit Sprachlosigkeit untereinander

Nichts ausgeklammert
Wer Anstöße für Erinnerungen finden will, wird nicht enttäuscht. Einen Sommer am Fluss mit Freunden fängt Jorge Fuembuena in verblichenen Fotos ein. Es gibt auch Bilder von Lagerfeuern oder Videos mit Kindern, die fröhlich im Dreck spielen. Ein Nackedei sein zu dürfen, hat Bedeutung in der Kindheit - und kann zu Bedrohung führen. „Wir klammern Missbrauch oder das Erleben von Gewalt nicht aus“, sagt Fellner. Kinder als Opfer erwachsener Allmachtsfantasien deutet nicht nur Gottfried Helnwein in Fotos an, sondern auch Burgis Paier mit einer zerfransten Puppe auf einem Holzkreuz.

Judy Fox nimmt als Vorbild für ihre Kinderskulpturen Aktposen aus der Kunstgeschichte (Bild: Alexander Schwarzl)
Judy Fox nimmt als Vorbild für ihre Kinderskulpturen Aktposen aus der Kunstgeschichte

Hochkarätiges in Linz
Kinder als Opfer der Politik: Dass gleich zwei berühmte Installationen von Christian Boltanski in Linz zu sehen sind, ist außergewöhnlich. Er setzt in der Grauzone der Nachkriegszeit unbekannten Kindern ein Denkmal. Anschauen! „Wilde Kindheit“, Kunstmuseum Lentos, 12. 5. bis 5.9. 2021

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