Urologe im Spital

Männer nach OP impotent: Prozess vorerst geplatzt

Wien
06.05.2021 15:44

Der Prozess gegen einen als Pfuscher angeklagten Urologen am morgigen Freitag ist geplatzt. Der Arzt befindet sich in Deutschland in Spitalsbehandlung, angeblich wegen Herzproblemen. Der Vorwurf gegen ihn: Fünf Männer sollen durch falsche OP-Methoden irreversibel impotent geworden sein, zwei begingen Selbstmord.

Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen und Betrug lautet die Anklage gegen Dr. Ralf Herwig (56). Der Deutsche diagnostizierte bei mehreren Patienten, die Erektionsprobleme hatten, ein „venöses Leck“. Der folgende gefäßchirurgische Eingriff für 3500 Euro wird von einem Gutachter als „experimenteller Heilversuch“ gewertet.

Zwei der Männer, die irreversibel impotent geworden sind, begingen Selbstmord. Ein weiterer hat mit Anwalt Alfred Boran 70.000 Euro Entschädigung erstritten. Der Angeklagte, dem die Zulassung in Wien entzogen wurde, sieht bei sich nicht die geringste Schuld.

Dubiose PCR-Tests
Die Probleme des Dr. Herwig sind mannigfaltig: Er betreibt in Tirol eine Firma, die im Auftrag des Landes PCR–Tests durchgeführt hat. Es gibt Zweifel, dass das Unternehmen personell und fachlich dafür geeignet war. Die Testergebnisse werden in Zweifel gezogen. Dr. Herwig spricht hier von einer „Hexenjagd“.

Was er zu den strafrechtlichen Vorwürfen sagt, wird man am Freitag nicht hören. Er befindet sich in Spitalsbehandlung, teilte seine Anwältin mit. In Deutschland, wo eine Kontrolle der Behauptung für das Gericht schwierig ist.

Peter Grotter
Peter Grotter
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