Aktion „ging schief“

„Tatort“-Star Folkerts: #allesdicht „ein Fehler“

Adabei
24.04.2021 11:39

Seit Donnerstag sorgen die Videostatements von rund 50 prominenten Schauspielern aus Deutschland und auch Österreich unter dem Motto „#allesdichtmachen“ für Aufsehen. Für die Aktion hagelte es teils heftige Kritik, es gab aber auch Zuspruch. Einige der Künstler, die beteiligt waren, rudern mittlerweile zurück - darunter auch „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts, die ihre Teilnahme an der Aktion als Fehler bezeichnete und sich bei ihren Fans entschuldigte. In Österreich hatten „Vorstadtweib" Nina Proll, die Kabarettisten Manuel Rubey und Roland Düringer und Schauspieler Nicholas Ofczarek mitgemacht.

„Die Videos, die entstanden sind, wurden falsch verstanden, sind vielleicht falsch zu verstehen“, schrieb Folkerts am Freitagabend auf Instagram. „Ich habe einen Fehler gemacht, ich war naiv genug zu glauben, mit meinen Kollegen*innen ein gewinnbringendes Gespräch in Gang zu bringen. Das Gegenteil ist passiert“, so der „Tatort“-Star.

Folkerts: „Die Aktion ist schiefgegangen“
Die Corona-Maßnahmen bezeichnete Folkerts als „absolut richtig“. Sie sei weit davon entfernt, „Querdenkern und Rechten Argumente in die Hände zu spielen“, betonte sie. „Es ist furchtbar, dass man mir das unterstellt.“ Die Aktion sei „schiefgegangen und unverzeihlich“.

Rubey: „Eigenen Shitstorm verschlafen“
Manuel Rubey meldete sich am Donnerstag mit einem „wirklich wichtigen Appell“ in einem Clip zu Wort. „Ich bin dafür, die Theater, die Museen, die Kinos, die Kabarettbühnen überhaupt nie wieder aufzusperren.“ Freitagfrüh dann das böse Erwachen: „Wenn man seinen eigenen Shitstorm verschlafen hat“, reagierte Rubey auf den Schwall an Kritik. Er sei von einer von ihm geschätzten Person gefragt worden und habe einen Beitrag „zur Bedeutung der Kunst“ gemacht, zu dem er nach wie vor stehe.

Er wolle jedenfalls „nicht mal einen Millimeter in die Nähe von irgendwelchen Covid-Leugnern und -Leugnerinnen kommen“. Die Krankheit sei „höchst gefährlich, aber darum ging es mir keine Sekunde“. Er werde sich jetzt aus der Debatte rausnehmen.

Liefers nach Videoclip-Aktion nachdenklich
Die Wogen hochgehen lassen hatte die Aktion aber in Deutschland: Schauspieler Jan Josef Liefers (56) äußerte sich nach der Videoclip-Aktion nachdenklich über das gewählte Mittel. „Ich finde auch den Punkt interessant, dass vielleicht Ironie wirklich ein ungeeignetes Mittel ist“, sagte der „Tatort“-Rechtsmediziner am Freitagabend in der Radio-Bremen-Talkshow „3nach9“. Er sehe aber derzeit eine Lücke: „Es gibt nicht nur auf der Seite der Erkrankten Trauer und Leid, sondern auch auf der Seite derer, die unter diesen Maßnahmen inzwischen nun wirklich anfangen zu leiden, die sehe ich nicht so richtig vertreten.“

„Mir fehlt im Moment die Transparenz“
Für ihn sei in der Corona-Krise nicht ersichtlich, wie Entscheidungen zustande kämen, erläutert Liefers. „Mir fehlt im Moment die Transparenz. Wie kommt eine Bundesregierung nach so vielen im Grunde halben, viertelten, ganzen, Dreiviertel-Lockdowns auf die Idee, es immer wieder zu machen?“

In der „Aktuellen Stunde“ des WDR hatte Liefers zuvor erklärt, aus seiner Sicht kämen in den Medien zu wenig Regierungskritiker zu Wort. In seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Video hatte er unter anderem gesagt: „Schließlich wissen nur ganz wenige Spezialisten, was wirklich gut für uns ist.“ Der Clip endete mit den Worten: „Bleiben Sie gesund. Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht.“ Mit seinem waren Videos von rund 50 anderen Schauspielern und Schauspielerinnen veröffentlicht worden. Mehrere distanzierten sich im Laufe des Freitags von ihren Beiträgen.

Wer die Aktion initiiert hat, ist weiterhin nicht klar. Auf Twitter posten die Schauspielerinnen und Schauspieler über ihre persönlichen Accounts, der betreffende YouTube-Kanal von #allesdichtmachen hat außer den Videos (und - Stand: Samstag, 11 Uhr - bereits knapp 54.000 Abonnenten) keine weiteren Informationen.

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(Bild: kmm)



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