18.04.2021 21:10 |

Vergeltungsakt

Russland weist 20 tschechische Diplomaten aus

Als Vergeltung für die Ausweisung von 18 Mitarbeitern der russischen Botschaft in Prag weist Russland 20 tschechische Diplomaten aus. Das gab das russische Außenministerium am Sonntagabend in Moskau bekannt. Laut tschechischer Seite sind es 16 Diplomaten und vier Mitarbeiter ohne Diplomatenstatus. Sie müssen bis Montagabend Russland verlassen.

Tschechien hatte russische Diplomaten ausgewiesen, weil es Russland vorwirft, in die Explosion eines Munitionslagers im Jahr 2014 verwickelt gewesen zu sein. Die betroffenen Diplomaten seien eindeutig als Geheimdienstmitarbeiter identifiziert worden, hatte Tschechiens Innenminister Jan Hamacek gesagt. „Tschechien ist ein souveräner Staat und muss auf diese nie dagewesenen Enthüllungen in entsprechender Form reagieren“, sagte Tschechiens Regierungschef Andrej Babis.

Tschechischer Botschafter wurde ins Außenministerium zitiert
Russland wies das zurück und sprach von einer „beispiellosen Entscheidung“. Eine Gegenmaßnahme war bereits angekündigt worden. Sonntagabend wurde der tschechische Botschafter in Moskau ins Außenministerium einbestellt. Der russischen Staatsagentur TASS zufolge dauerte die Unterredung nur 20 Minuten. In Moskau bleiben damit nur noch etwa fünf tschechische Diplomaten übrig.

In dem Munitionslager in Vrbetice war es im Oktober und Dezember 2014 zu mehreren Explosionen gekommen. Dabei kamen zwei Beschäftigte einer Rüstungsfirma ums Leben, zudem entstand hoher Sachschaden.

Tatverdächtige im Fall Skripal auch in Tschechien?
Die Sondereinheit der tschechischen Polizei für den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität veröffentlichte zwei Fahndungsfotos. Sie stimmen mit denjenigen von zwei Tatverdächtigen überein, die im Zusammenhang mit dem Nervengift-Anschlag auf den früheren Doppelspion Sergej Skripal in Großbritannien gesucht werden.

Die mutmaßlichen GRU-Spione sollen demnach Mitte Oktober 2014 für sechs Tage in Tschechien gewesen sein und dabei auch die Region besucht haben, in der sich das fragliche Munitionslager befindet. Sie hätten dabei russische Pässe mit den Namen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow verwendet.

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