18.04.2021 17:20 |

Politik fürs Lüften

Keine einzige Schule mit Luftfiltern ausgerüstet!

Bringt nix. Hilft nix. So lässt sich die Meinung des Bildungsministeriums und der Stadt Wien über Luftreiniger und Filteranlagen in Schulen zusammenfassen. So überrascht nicht, dass keine einzige Klasse damit ausgerüstet ist. Die Politik setzt bei Corona offenbar weiter auf Distance Learning. Und aufs Lüften!

Wie viele Schulen des Bundes oder des Landes wurden mit solchen Filteranlagen ausgestattet? Das haben wir uns gefragt, nachdem selbst die FPÖ „Viren-Luftreinigungsgeräte in allen Klassenräumen“ eingefordert hatte. Die ungefilterte Wahrheit: keine einzige!
„Weder gibt es eine eindeutige wissenschaftliche Evidenz einer nachhaltigen Verbesserung durch diese Geräte, noch eine Empfehlung des Bildungsministeriums, dass Luftfiltergeräte zum Einsatz kommen sollen“, heißt es aus dem Büro von Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos).

Das Bildungsministerium erklärt: „Die meisten Studien zu diesen Anlagen gehen hinsichtlich der Strömungslage von statisch sitzenden Kindern aus, was nicht dem tatsächlichen Schulalltag entspricht. Jedenfalls könnten Lüftungsanlagen nur eine zusätzliche Komponente sein, so Experten, und nicht Masken, Abstand etc. ersetzen.“ Prinzipiell gelte für Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) immer, Originalzitat: „Das Bessere ist des Guten Feind.“ Das Ministerium stünde wissenschaftlichen Erkenntnissen offen gegenüber.

Sowohl die ÖVP im Bund als auch die Neos in Wien setzten vielmehr auf eine andere Maßnahme gegen die Coronapandemie: Das „natürliche Lüften“ (Neos) bzw. das „Stoßlüften“ (ÖVP).

Das sagen die Tester
Die deutsche Stiftung Warentest hat im Jänner solche Anlagen getestet. Fazit: 90 Prozent aller Partikeln wurden aus der Luft gefiltert, ein Restrisiko bleibt aber. Was würden solche Geräte kosten? Laut Experten weniger als 180 Euro pro Schülerin oder Schüler.

Michael Pommer
Michael Pommer
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