Druck ist groß

Kampf um MAN-Werk in Steyr Wettlauf gegen die Zeit

Läuft den Betriebsräten bei MAN Steyr im Kampf um den Standort die Zeit davon? Während dem Lkw-Hersteller, der das Werk schließen will, offenbar derzeit kein konkretes Angebot von anderen Interessenten vorliegt, soll der abgelehnte Investor Sigi Wolf den Deutschen nur bis Ende April Exklusivität zugesichert haben.

Eine Kleinteile-Fertigung für Fahrerhäuser, sowie die Produktion für die schwere Baureihe, wo ohnehin nur noch ein Lkw pro Tag in Steyr hergestellt wurde, werden ab dieser Woche in das MAN-Werk in die Slowakei verlegt - zwei Schritte, die schon vor der Urabstimmung in Steyr fixiert worden waren und nun zeitlich mit dem Nein der Belegschaft zur Übernahme durch Investor Sigi Wolf zusammenfallen.

Wann und wie der Lkw-Hersteller konkret die Schließung des Standortes einleiten wird, ist noch offen. „Wir diskutieren derzeit erste Maßnahmen“, heißt es aus der MAN-Zentrale.

Betriebsräte schicken heute Brief an Vorstand
Nach dem mehrheitlichen Nein der Belegschaft für die Übernahmepläne durch Sigi Wolf bitten die Betriebsräte heute mittels Brief den Vorstand von MAN, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Zeit drängt. Denn Wolf hat MAN für sein Angebot für Steyr nur bis Ende April Exklusivität zugesichert. Dann kann der Ex-Magna-Chef auch woanders auf „Brautschau“ gehen.

Kalliauer: „Ungeheuerlich“
Die Wogen hochgehen ließ auch das Betretungsverbot für den aus der Firma ausgeschiedenen Erich Schwarz, mit dem MAN dem Ex-Arbeiterbetriebsrat den Weg auf das Firmengelände versperrt. „Eine ungeheuerliche Vorgehensweise“, ärgert sich AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Freitag, 14. Mai 2021
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