Rieder Daten-Affäre

„Alle Stromkunden wären bei Betrug Geschädigte“

Die Vorwürfe der vorsätzlichen Bilanzfälschung bei der Energie Ried ziehen weite Kreise. Der Welser FP-Bürgermeister Andreas Rabl hat die städtische EWW-Gruppe beauftragt, zu prüfen, ob für Wels ein Schaden entstanden ist. Fazit: Alle Kunden in Oberösterreich (bis auf Linz) könnten für Strom zu viel bezahlt haben.

Durch die Übermittlung falscher Daten an die E-Control sollen die Ex-Chefs der Energie Ried die Bilanz um mehrere Hunderttausende Euro geschönt haben. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Noch kann niemand sagen, über wie viele Jahre sich die Tricksereien erstreckt haben und wer geschädigt wurde.

Alle Kunden im Land betroffen
„Im Falle eines Betrugs wären alle Stromnetzkunden in Oberösterreich mit Ausnahme jener aus Linz Geschädigte“, meint der Welser FP-Stadtchef und Jurist Andreas Rabl nach Rücksprache mit der EWW-Gruppe, dem Energieversorger der Stadt Wels. Über Jahre könnte zu viel für Strom bezahlt worden sein, weil die Energieversorger eine Solidaritätsgemeinschaft sind.

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Die E-Control hat in Wels mehrmals die städtische EWW-Gruppe kontrolliert. So etwas wie in Ried kann nicht passieren. Es gibt zwei Kontrollsysteme, mehrere Mitarbeiter sind eingebunden.

Andreas Rabl, seit 2015 FPÖ-Bürgermeister in Wels

Politik-Krach
In Ried/I. sorgt die Daten-Affäre nun für den ersten politischen Krach. SP-Stadtrat Peter Stummer ist über eine Aussage des VP-Aufsichtsrats und Bürgermeisterkandidaten Bernhard Zwielehner empört: „Wie kann er davon sprechen, dass es ein Wahnsinn ist, dass das Protokoll des Aufsichtsrats an die Öffentlichkeit gelangt ist und dass das ein politischer Angriff sei? Die Energie Ried gehört als städtischer Betrieb allen Riedern und jeder hat das Recht zu erfahren, was da schiefgelaufen ist.“

Mario Zeko
Mario Zeko
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