21.03.2021 22:47 |

Trotz Vakzin-Problemen

EU-Kommissar: Brauchen „Sputnik V“ nicht

Lieferschwierigkeiten und jetzt auch noch ein Streit über eine möglicherweise unfaire Verteilung von bereits bestellten Impfstoffen - vor diesem Hintergrund werden in mehreren EU-Staaten Rufe nach Alternativen laut. Das russische Vakzin „Sputnik V“, das gerade bei der Europäischen Arzneimittelagentur ein Zulassungsverfahren durchläuft, gehört dazu. Auf Basis nationaler Notfallzulassungen nutzen zumindest Ungarn, die Slowakei, Tschechien sowie Italien ihn bereits oder wollen es nutzen. Doch die EU-Kommission steht gegenüber dem russischen Mittel weiterhin ablehnend gegenüber.

So meinte am Sonntag Binnenmarktkommissar Thierry Breton, dass die EU „absolut keinen Bedarf“ für „Sputnik V“ habe. Man könne bis Mitte Juli eine EU-weite Immunisierung mit Vakzinen aus europäischer Produktion erreichen, führte Breton dem Sender TF1 als Grund an. „Die Impfstoffe kommen, sie werden da sein“, versicherte der Kommissar. Zwischen März und Juni werde die EU zwischen 300 und 350 Millionen Impfdosen an die Mitgliedsstaaten liefern. Breton stellte ein ständig wachsendes Volumen der Lieferungen von 60 Millionen Dosen im März auf 100 Millionen im April und 120 Millionen im Mai in Aussicht. Inzwischen werde in 55 Werken in Europa Corona-Impfstoff hergestellt.

Wissenschaftler attestieren hohe Wirksamkeit
Wissenschaftler bescheinigen dem russischen Impfstoff eine Wirksamkeit von fast 92 Prozent. Damit ist die Effektivität vergleichbar mit bereits in der EU zugelassenen Vakzinen. Man geht auch davon aus, dass der Schutz zwei Jahre lang anhält. Russland wirbt auch mit besonders günstigen Preisen und Lagerbedingungen für „Sputnik V“, das bereits in mehr als 50 Staaten weltweit zugelassen ist.

Es gilt außerdem als wirksam gegen neue Coronavirus-Varianten. Die Sputnik-Wissenschaftler haben auch eine Partnerschaft mit den britischen Entwicklern des Impfstoffs AstraZeneca, um ein optimiertes Vakzin hervorzubringen.

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