Hygiene Austria

Lenzing-Vorstand: „Es ist riesiges Imageproblem“

Hausdurchsuchung, Schwarzarbeit, aus China importierte Masken, die umetikettiert wurden - das Made-in-Austria-Debakel bei Hygiene Austria in Wiener Neudorf, einer Firma von Palmers und Lenzing AG, traf den Fasererzeuger mit voller Wucht.

„Es ist ein riesiges Imageproblem“, so Lenzing-Vorstand Stephan Sielaff. Bis Donnerstag hatte Lenzing nur mittels Aussendungen zu den Betrugsvorwürfen und der Causa rund um Hygiene Austria Stellung bezogen. Im Zuge der Präsentation des Jahresergebnisses stand der Vorstand dann aber Rede und Antwort. Als „zutiefst verstörend“ bezeichnete Vorstandschef Stefan Doboczky die Eindrücke über Hygiene Austria: „Das Bild, das sich hier darstellt, ist nicht mit den Werten der Lenzing AG vereinbar, unakzeptabel.“

Man bemühe sich um eine rasche Aufarbeitung, betonten die Lenzing-Verantwortlichen. Vorstand Stephan Sielaff wurde zum internen Aufklärer ernannt. Wie es möglich war, dass der Textilzulieferer vom angeblichen Betrug nichts mitbekommen hat? „Die Prozesse sind in den Systemen bei Palmers und Lenzing abgelaufen, ein integriertes Managementsystem gibt es zu dem Zeitpunkt bei Hygiene Austria nicht“, so Sielaff.

„Wir laufen nicht weg“
„Wir laufen nicht weg, wir versuchen, alles Mögliche zu tun, um schnellstmöglich die Transparenz zu schaffen und den Schaden so klein wie möglich zu halten“, betonte Sielaff. Laut einer internen Untersuchung erfüllen übrigens sowohl die in Wiener Neudorf hergestellten Masken als auch jene aus China die FFP2-Standards. Die Ermittler gehen derzeit auch der Frage nach, ob davor schon Mund-Nasen-Schutz aus China als „Made in Austria“ verkauft wurde.

Die Lenzing AG musste im Vorjahr einen Umsatzrückgang auf 1,632 Milliarden Euro hinnehmen. Ein Verlust von 10,6 Millionen Euro stand zu Buche.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Mittwoch, 16. Juni 2021
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