25.02.2021 16:26 |

Wegen Materialfehler

Defekte Verhütungsspiralen: 504 Frauen klagen an

Wie schützt Frau sich vor ungewollter Schwangerschaft? Viele lehnen Hormoneinnahme durch die Anti-Baby-Pille ab, die Spirale gilt als ebenso sicher. Doch nun wollen mehr als 500 Frauen in Österreich klagen. Ihre Spirale war fehlerhaft. Der Hersteller gab zwar eine Produktwarnung ab, aber die bekamen nur die Fachärzte.

Eine Spirale muss nach spätestens fünf Jahren entfernt werden. Und spätestens da zeigte sich der massive Fehler: Das Verhütungsmittel brach in Stücke, Teile verblieben in der Gebärmutter! Manche Frau musste deshalb operiert werden.

Konsumentenschützer sieht Fehler auch beim Gesundheitsministerium
Hersteller „Eurogine“ hat mit einer Produktwarnung vorwiegend in Deutschland, Spanien und Frankreich reagiert, „aber nicht öffentlich, sondern nur an Fachärzte“, moniert Konsumentenschützer Peter Kolba. Und sieht auch Fehler beim österreichischen Gesundheitsministerium: „Unverständlicherweise wurde dies erst ein Jahr nach Auffliegen des Skandals bei uns im Herbst 2020 zum Thema!“

Problematisch sieht Kolba den Ratschlag seitens des Herstellers, „zwei oder drei Monatsblutungen abzuwarten, ob Reste der Spirale von selbst abgehen. Aber im Operationsfall sind wir beim Strafrechtsdelikt einer schweren Körperverletzung.“ Bis heute haben sich 504 Frauen gemeldet, um ihre Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Erste Klage in Österreich eingebracht
Eine Einigung mit dem Hersteller „Eurogine“ scheiterte, jetzt ist die erste Klage in Österreich eingebracht, die einen Rattenschwanz an weiteren Klagen mit sich ziehen könnte. Denn im Falle einer ungewollten Schwangerschaft durch die schadhafte Spirale drohen dem Hersteller auch Unterhaltsverfahren für die Kinder ...

Gabriela Gödel-Nassauer
Gabriela Gödel-Nassauer
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