09.02.2021 14:03 |

Nach Gletscherbruch

Verzweifelte Suche nach 170 Vermissten in Indien

Nach der offenbar durch einen Gletscherabbruch ausgelösten Sturzflut im indischen Teil des Himalaya ist die verzweifelte Suche nach den mehr als 170 Vermissten am Dienstag fortgesetzt worden. Hunderte Einsatzkräfte arbeiteten die ganze Nacht durch. Bis in der Früh befreiten sie, unterstützt durch einen riesigen Bagger, 120 Meter eines verschütteten Tunnels von Schlamm und Felsen, wie die örtlichen Behörden mitteilten.

Rettungskräfte standen am Eingang des Tunnels bereit, um bei Entdeckung von Überlebenden diese sofort behandeln zu können. „Die Arbeit geht Tag und Nacht weiter. Es wird keine Pause geben“, sagte As Rathod von der örtlichen Straßenbaubehörde. Auch Polizeisprecher Banudutt Nair sagte, die Einsatzkräfte gäben die Hoffnung nicht auf. Sie vermuteten Luftlöcher in dem Tunnel, in denen die vermissten Arbeiter überleben könnten.

Bei den meisten Vermissten handelt es sich um Angestellte zweier in dem Tal gelegenen Kraftwerke. Zwölf Menschen konnten aus dem verschütteten Tunnel gerettet werden, 34 weitere wurden noch in dem 2,7 Kilometer langen, U-förmigen Tunnel vermutet.

Sturzflut zerstörte zwei Kraftwerke
Nach dem Abbruch des Gletschers im indischen Teil des Himalaya-Gebirges war am Sonntag der Dhauliganga-Fluss zu einer Sturzflut angeschwollen. Die Wassermassen rissen Brücken und Straßenabschnitte mit. Zwei Kraftwerke wurden unter den Fluten und Gesteinsmassen begraben. Zahlreiche Dörfer in der betroffenen Region wurden evakuiert. Mindestens 19 Menschen fanden den Tod.

Klimawandel als Ursache vermutet
Einige indische Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Sturzflut mit dem Klimawandel und dem Gletscherschmelzen zusammenhängen könnte. Die Gletscher in der Region schrumpfen wegen des Klimawandels seit Jahren in hohem Tempo. Laut einer 2019 veröffentlichten Studie könnten bis zum Jahr 2100 zwei Drittel der Gletscher im auch als „dritter Pol“ bezeichneten Himalaya schmelzen, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht drastisch gesenkt werden. Das könnte weitere Gletscherbrüche und tödliche Sturzfluten auslösen.

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