28.01.2021 16:27 |

Regionale Unterschiede

Österreich: 149 Nachweise von Briten-Mutation

149 Nachweise der britischen Coronavirus-Variante („B.1.1.7.“) und drei Bestätigungen der Südafrika-Variante („B.1.351“) gibt es mittlerweile bundesweit. Das ging am Donnerstag aus einer Aussendung des Gesundheitsministeriums hervor. „Die riskanten Virusvarianten sind in Österreich angekommen“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Für eine österreichweite Einschätzung des Trends brauche es aber noch zusätzliche Daten.

Mit Donnerstag stünden den Varianten-Nachweisen - die britischen, südafrikanischen und anderen Varianten machen insgesamt 152 nachgewiesene Fälle von Mutationen aus - mit der aufwendigen Ganzgenomsequenzierung rund 14.800 aktive Corona-Fällen in Österreich gegenüber. Proben aus Kläranlagen deuten darauf hin, dass die Varianten-Verteilung regional relativ uneinheitlich ist, heißt es.

So stehe dem 71-Prozent-Anteil an B.1.1.7.-Mutationen in einer Kläranlagen-Probe im niederösterreichischen Bad Vöslau vom 12. Jänner ein 17-Prozent-Anteil in einer am 11. Jänner entnommenen Abwasserprobe aus Wien gegenüber. Dieser Wert ähnelt jenem, den die Erbgut-Sequenzierung von insgesamt 256 positiven Proben von Wiener Teststraßen und dem AKH Wien Mitte des Monats ergab: Hier wurde die britische Variante in 40 Fällen (15,6 Prozent der Stichprobe) nachgewiesen. Die südafrikanische Variante wurde einmal entdeckt.

In anderen getesteten Kläranlagen, wie etwa in Bregenz, Klagenfurt und Salzburg Stadt, fanden sich keine Anzeichen für die neuen Varianten, heißt es in der Aussendung. Bereits länger bekannt war, dass in einer anderen Kläranlage im Land Salzburg die Werte bereits Anfang Jänner über 54 Prozent der dort detektierten Coronaviren erreichten.

Das Ministerium betont nun, dass diese Zahlen „keinen direkten Rückschluss auf die Inzidenzen im jeweiligen Einzugsgebiet der Kläranlage“ erlauben, „regionale Vergleiche und die Untersuchung von Veränderungen und Trendentwicklungen über die Zeit“ jedoch ermöglichen.

Bisher extreme regionale Unterschiede
„Die riskanten Virusvarianten sind in Österreich angekommen und nachweisbar. Bisher ist das nachgewiesene Vorkommen allerdings extrem regional unterschiedlich und gleichzeitig liegen uns noch zu wenige Zeitreihen für die Bewertung der Ausbreitungsdynamik vor“, so Anschober. Aber, „um ein einheitlicheres Bild über die Gesamtlage in Österreich zu bekommen, brauchen wir weitere Daten und Parameter, damit wir über mögliche Öffnungsschritte faktenbasiert entscheiden zu können“.

Tirol: Verdacht auf Mutation bei 8,1 Prozent der Proben
Bei 8,1 Prozent der positiven PCR-Proben seit Anfang Jänner in Tirol liegt der konkrete Verdacht auf die britische Coronavirus-Mutation vor. Von insgesamt 2296 von einem Tiroler Labor überprüften Proben wurde bei 186 ein solcher Verdacht festgestellt, teilte das Land am Donnerstag in einer Aussendung mit. Indes lag eine AGES-Bestätigung für die Briten-Mutante bei zwei weiteren Proben aus dem Bezirk Schwaz vor.

Ein „vollständigeres Bild“ soll in den kommenden Tagen im Zusammenarbeit mit Experten der AGES und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) erstellt werden, stellte Anschober in Aussicht. Damit werde die „Grundlage für die Entscheidungsfindung in Bezug auf Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geschaffen“.

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