25.01.2021 17:01 |

Rückgang 4x größer

Corona-Krise vernichtete mehr Jobs als Finanzkrise

Die Corona-Pandemie hat sich auf den weltweiten Arbeitsmarkt viel schlimmer ausgewirkt als die globale Finanzkrise vor zwölf Jahren. Das rechnete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Montag vor. Demnach seien im Vorjahr 8,8 Prozent der weltweiten Arbeitsstunden ausgefallen, was rund 225 Millionen Vollzeitjobs entspricht. Auch der Ausblick für die nahe Zukunft ist eher pessimistisch.

Der Rückgang der weltweiten Arbeitsstunden ist viermal größer als der Verlust während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Es handle sich um die größte Krise für die Arbeit weltweit seit der Großen Depression in den 1930er Jahren, sagte ILO-Chef Guy Ryder am Montag in einer virtuellen Pressekonferenz.

Das Virus habe 2020 mehr als 2,1 Millionen Menschen getötet, Dutzende Millionen Menschen infiziert und die weltweite Wirtschaft schwer beeinträchtigt.

81 Mio. gar nichts arbeitslos gemeldet
Nach offiziellen Zahlen stieg die weltweite Arbeitslosigkeit nur um 1,1 Prozentpunkte. Ryder betonte aber, weitere rund 81 Millionen Menschen seien gar nicht als arbeitslos registriert worden - „sie sind einfach verschwunden“. Entweder könnten sie wegen der Beschränkungen nicht arbeiten oder hätten die Suche nach einem Job aufgegeben. 

Frauen besonders häufig betroffen
Auch das Einkommen der Arbeitnehmer fiel den Berechnungen zufolge um 8,3 Prozent oder drei Milliarden Euro. Vom Jobverlust seien vorrangig Frauen und junge Menschen betroffen. Frauen arbeiteten eher in Branchen, die von den Einschränkungen besonders betroffen sind und müssten häufiger Kinder betreuen, die nicht in die Schule gehen können.

Heuer rechnet die ILO in einem Worst-Case-Szenario mit einem weiteren Rückgang der Arbeitsstunden um 4,6 Prozent - im optimistischen Szenario sind es weitere 1,3 Prozent. Das wären weitere 36 Millionen Jobs.

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