22.01.2021 08:54 |

WLAN-NETZE UNSICHER

Tipps für sicheres Surfen in der Öffentlichkeit

Tipps für sicheres Surfen in der Öffentlichkeit Viele Nutzer verhalten sich sehr sorglos, wenn sie bei der Arbeit mit ihrem Laptop, Tablet oder Smartphone ein öffentliches WLAN-Netz verwenden. Doch in den meisten Fällen sind die für alle zugänglichen Netze in Kaffeehäusern, Restaurants und an öffentlichen Plätzen alles andere als sicher und deshalb ein beliebtes Einfallstor für Hacker. Die folgenden Tipps bieten jedoch einen guten Grundschutz vor Angriffen von außen. 

VPN-Dienste verwenden
Mit einem sogenannten virtuellen privaten Netzwerk (VPN) ist es möglich, sich über einen verschlüsselten Tunnel mit dem Internet zu verbinden. Dieser Tunnel führt dazu, dass sensible Daten auf dem Rechner geschützt sind und die Privatsphäre beim Surfen bewahrt wird. So ist es möglich, auch in einem öffentlichen WLAN-Netz eine sichere Internetverbindung herzustellen.

Jeder Benutzer hat im Internet eine eigene IP-Adresse, durch die er eindeutig identifizierbar ist. Dadurch ist es für versierte User und so gut wie jedes Unternehmen jederzeit möglich, den Standort und die durchgeführten Aktivitäten zu tracken. Durch die Verwendung eines VPN wird diese eigene IP-Adresse verschleiert. So ist es nicht mehr möglich, das jeweilige Aufenthaltsgebiet mit der Identität zu verlinken.

Vor allem all jene, die einen Gutteil ihrer Arbeitszeit in einem öffentlichen Netz eingeloggt sind, sollten ihr digitales Leben auf diese Weise schützen. Renommierte Anbieter wie beispielsweise Surfshark verlangen für ihr VPN in der Regel nur eine geringe monatliche Gebühr. Um sich von der Qualität des VPN zu überzeugen, gibt es jedoch meistens kostenlose Testzeiträume für die ersten zwei bis vier Wochen der Nutzung.

Das Betriebssystem auf den aktuellen Stand bringen
Der Anstieg digitaler Verbrechen nimmt laut Eugen Kaspersky, CEO und Gründer des Software-Unternehmens Kaspersky, immer weiter zu. Der Kampf um die Systemsicherheit ist niemals vollständig abgeschlossen. Es ist ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Programmierern der Betriebssysteme und denjenigen, die darin Sicherheitslücken aufspüren und zu ihrem eigenen Vorteil nutzen möchten.

Sobald die Betreiber der Betriebssysteme von den Sicherheitslücken Kenntnis erlangen, machen sie sich an die Arbeit, um diese wieder zu beseitigen. Das führt letztlich zu den ständigen Aktualisierungen. Vor allem, wenn der Laptop zum Surfen in der Öffentlichkeit verwendet wird, sollte deshalb immer die aktuelle Windows- oder macOS-Version installiert sein.

Am einfachsten funktioniert das, indem in den Systemeinstellungen die automatische Aktualisierung aktiviert wird. Auch veraltete Betriebssysteme wie beispielsweise Windows XP sollten nicht mehr verwendet werden, da sie schon seit längerer Zeit nicht mehr aktualisiert werden.

Als Alternative zu Windows empfiehlt sich auch die Installation eines anderen Betriebssystems wie beispielsweise Linux. Der Grund hierfür liegt vor allem in der Verbreitung. Windows mit seinem Marktanteil von etwa 90 Prozent ist für die Hacker nämlich ein viel beliebteres Angriffsziel als Linux, das nur auf etwa einem von 50 Laptops installiert ist.

Firewall in den Systemeinstellungen aktivieren
In den Urzeiten des Internets war es noch vergleichsweise schwierig, eine Firewall für den eigenen Rechner zu finden. Es gab nämlich nur sehr wenige Unternehmen, die solche Apps in ihrem Sortiment hatten. Das Funktionsprinzip einer Firewall kann in etwa mit einem Türsteher in einem Club verglichen werden. Er allein entscheidet in diesem Fall, welche Daten er in das System hinein- und hinauslässt. Neben entsprechender Antiviren-Software ist die Firewall deswegen noch immer einer der wichtigsten Bausteine zum Schutz des Computers im öffentlichen Raum.

Die meisten Virenprogramme haben heutzutage bereits eine entsprechende Firewall integriert. Zu den renommiertesten Software-Paketen gehören unter anderem:

  • Kaspersky Internet Security
  • Bitdefender Internet Security 2020
  • McAfee Internet Security
  • Norton 360 Standard Mittlerweile haben sowohl Windows als auch macOS eine Firewall in ihr Betriebssystem integriert. Um diese zu nutzen, muss sie allerdings aktiviert werden.

Bei Windows kann dafür einfach in die Suchleiste der Begriff „Firewall“ eingegeben werden. In den Suchergebnissen können bei „Windows-Firewall ein- oder ausschalten“ die entsprechenden Einstellungen vorgenommen werden. Dabei sollte die Firewall sowohl für das private als auch für das öffentliche Netzwerk aktiviert werden. Bei macOS können die Einstellungen der Firewall in den Systemeinstellungen verwaltet werden. Die Möglichkeit dazu findet sich im Menü „Sicherheit“ im Tab „Firewall“.

Freigaben und Remote-Dienste abschalten
Besonders beliebt bei Hackern sind User, die in öffentlichen WLAN-Netzen ihre Netzwerkfreigaben aktiviert haben. Viele sind sich gar nicht bewusst, dass ihr Laptop so eingestellt ist. Erforderlich ist diese Einstellung, um beispielsweise vom Laptop auf die Daten eines anderen Rechners wie den Home-PC zugreifen zu können. Hacker haben dadurch die Möglichkeit, sehr einfach Daten auszulesen und auch Dateien auf dem Laptop zu installieren.

Um diese Option in Windows zu verwalten, kann nach Eingabe von „Computerverwaltung“ im Suchfeld die Freigabe für die entsprechenden Ordner unter „Freigegebene Ordner/Freigaben“ aufgehoben werden. Beim Mac findet sich diese Möglichkeit in den Systemeinstellungen im Menüpunkt „Freigaben“.

Ein weiteres Sicherheitsrisiko in öffentlichen WLAN-Netzen stellt die Nutzung von Remote-Diensten wie beispielsweise Remote-Desktop von Windows dar. Vorsicht: Der Dienst ist bei Windows standardmäßig aktiviert. Um ihn auszuschalten, muss in den Systemeigenschaften unter dem Tab „Remote“ der Punkt „Keine Remoteverbindung mit diesem Computer zulassen“ aktiviert werden.

Bei macOs ist diese Einstellung unter „Freigaben“ zu finden. Hier müssen die Häkchen bei „Bildschirmfreigabe“ und „Entfernte Verwaltung“ entfernt werden.

Zusatztipp: Wer in öffentlichen Netzen surft, sollte sich nur auf Seiten bewegen, die das HTTPS-Protokoll verwenden. Zu erkennen sind diese an einem kleinen Schloss-Symbol links neben der URL. Das ist vor allem beim Einkauf in Online-Shops wichtig, um bei der Eingabe der entsprechenden Zahlungsdaten nicht ausspioniert zu werden.

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