14.01.2021 06:00 |

Große Sorge um Jobs

WKO-Präsident Mahrer: „Wir müssen aufsperren“

Sollte der Lockdown verlängert werden, wäre das die „größte Jobvernichtungs-Maschine, die es je gegeben hat“, sagt Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer. Mit der Forderung, Betriebe bald wieder aufzusperren, ist er nicht alleine.

„Unsere Briefkästen gehen über vor Meldungen von Menschen, die nicht mehr wissen, was morgen ist. Die nicht wissen, wie sie die Rechnungen zahlen sollen“, sagt WKO-Präsident Mahrer. Hinter den dramatischen Wirtschaftszahlen stünden Hunderttausende Einzelschicksale, aufseiten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. „Alle wollen wieder arbeiten. Deshalb: Aufmachen.“

Eine Forderung, die mit Blick auf die britische Virus-Mutation ein Risiko birgt. „Es ist eine schwierige Balance und ein mutiger Schritt. Aber man muss ihn machen, um herauszufinden, ob unsere neuen Werkzeuge wirken.“ Werkzeuge wie Präventionskonzepte, Teststrategien und FFP2-Masken.

„Eintrittstests zum Teil logistisch nicht machbar“
Welche davon wo zum Einsatz kämen, müsse man auf die Branchen abstimmen. „Für den Handel und die Gastronomie sind Eintrittstests logistisch nicht machbar, für Dienstleister, Hotellerie und Veranstalter schon“, so Mahrer. In anderen Bereichen könnten FFP2-Masken für Kunden und Mitarbeiter eine Lösung sein - Bayern geht diesen Weg etwa im Handel.

Einen anderen deutschen Vorschlag lehnt der Kammer-Chef ab: „Wenn wir, wie Kanzlerin Merkel das andenkt, bis Ostern zusperren, wäre das die größte Jobvernichtungs-Maschine, die es in der Republik seit dem Zweiten Weltkrieg gab.“ Undenkbar sei auch, die Schulen so lange zuzulassen. Ein Lockdown bis April wäre „stimmungsmäßig, psychologisch und wirtschaftlich“ nicht tragbar. Was es brauche, sei „neben der Impfdosen auch eine Dosis Mut und Zuversicht“. Und Planungssicherheit - keine neue Forderung.

„Lockdown-Ende ist alternativlos“
Mit seinen Ansichten steht Mahrer, der bisher als konstruktiver Partner der türkis-grünen Regierung in Erscheinung getreten ist, nicht alleine da: „Wir sind vonseiten der Wirtschaft selbstverständlich bereit, alles Mögliche zu tun, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten - aber ein Ende der Lockdowns ist alternativlos“, sagt etwa Kärntens Kammerpräsident Jürgen Mandl. Und der Handelsverband sammelt auf www.arbeitsplaetzeretten.at Unterschriften, um den Lockdown so bald wie möglich zu beenden.

Teresa Spari, Kronen Zeitung

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