30.12.2020 10:55 |

12.000 Wahrnehmungen

Erdbeben-Schock ließ Österreicher ins Freie laufen

Das starke Erdbeben südlich von Zagreb ist am Dienstag auch in Österreich überaus deutlich zu spüren gewesen. Bei der ZAMG langten bis Mittwoch nicht weniger als 12.000 Wahrnehmungsberichte ein. Vor allem im Südosten der Steiermark und in Kärnten wurden die Erschütterungen zum Teil kräftig wahrgenommen. Das Beben hatte auch Auswirkungen auf den Betrieb des AKW Krsko in Slowenien - der veraltete Meiler wurde heruntergefahren.

Die meisten Personen reagierten aufgeregt oder erschrocken, so die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Weniger als sechs Prozent gaben an, ihr Haus verlassen zu haben oder beobachteten, wie sich kleine Gegenstände verschoben.

Auch Rissen in Wänden gemeldet
Vereinzelt wurden auch das Auftreten von Haarrissen im Verputz oder kleine Risse gemeldet. Aus Wien wurden zahlreiche Wahrnehmungen über ein lang andauerndes Schwanken des Gebäudes - besonders in hohen Stockwerken - oder über ein Pendeln von hängenden Objekten wie Christbaumschmuck oder Luster gemacht.

Epizentrum 130 Kilometer vor Grenze
Die kroatische Region bei den Städten Petrinja und Sisak wurde am Dienstag um 12.19 Uhr von einem Beben der Magnitude 6,4 (EMSC) erschüttert.
Das Zentrum lag fünf Kilometer westlich der Stadt Sisak, etwa 130 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernt.

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Die Tiefe des Bebens betrug rund zehn Kilometer. Bereits am Vortag, am 28. Dezember um 6.28 und um 7.49 Uhr hatten sich in der Region des jüngsten Bebens zwei kräftige Erdstöße ereignet, die ebenfalls in Österreich deutlich verspürt wurden. Ihre Magnituden betrugen 5,0 und 4,4.

Am Mittwoch gab es in Petrinja und Sisak noch eine Reihe von Nachbeben. Bereits am Morgen erschütterten drei stärkere Stöße die Gegend, der heftigste um 6.26 Uhr hatte nach Angaben von Seismologen eine Stärke von 4,8 auf der Richterskala. Die Nachbeben waren auch in Slowenien spürbar.

Hilfspaket für Kroatien
Ein Hilfspaket wird noch am Mittwoch von Österreich in das kroatische Bebengebiet transportiert. „Österreich ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner in der internationalen Katastrophenhilfe. Es ist daher eine Selbstverständlichkeit, die notwendigen Hilfsgüter rasch auf den Weg zu schicken“, so Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch.

Atomkraftwerk Krsko präventiv abgeschaltet
Das slowenische Atomkraftwerk Krsko wurde nach dem Erdbeben in Kroatien aus präventiven Gründen abgeschaltet. Das sei ein übliches Verfahren bei Beben von einer solchen Stärke, hieß es aus dem AKW zur Nachrichtenagentur STA. Der slowenische Infrastrukturminister Jernej Vrtovec betonte via Twitter, dass die Sicherheit nicht gefährdet sei.

Das Kernkraftwerk, das von Slowenien und Kroatien gemeinsam betrieben wird, liegt rund 80 Kilometer Luftlinie vom Epizentrum des heutigen Erdbebens entfernt. Aus Österreich wurden umgehend Rufe nach einer dauerhaften Stilllegung des veralteten Meilers laut.

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