29.12.2020 13:45 |

„Alles wackelte!“

Erdbeben-Schrecksekunden in Teilen Österreichs

Am Dienstag um 12.15 Uhr ist etlichen Österreichern der Schreck in die Glieder gefahren, als die Erde einige Sekunden teils heftig zu beben begann. „Die Bildschirme haben gewackelt. Wir waren kurz davor, das Gebäude zu evakuieren“, hieß es etwa seitens der „Krone“-Redakteure in Graz, wo das Beben offenbar besonders stark zu spüren war. Insbesondere in höher gelegenen Stockwerken dürften die Schwingungen extrem deutlich wahrgenommen worden sein. Auch in Kärnten, Salzburg, Wien und dem Burgenland (Video oben) wurden die Ausläufer des Bebens noch registriert.

Der Ursprung des Bebens liegt in der Region der kroatischen Stadt Petrinja. Das Beben wurde dort mit der Stärke 6,1 nach Richter klassifiziert. In Zagreb wurde die Amplitude sogar mit 6,4 angegeben. Es sei neben der steirischen Landeshauptstadt „unter anderem auch in der Weststeiermark deutlich wahrgenommen“ worden, hieß es in einer Wetterwarnung für Österreich. Hierzulande soll das Beben ca. Stärke 4 erreicht haben.

Mindestens sieben Tote in Kroatien
In der kroatischen Stadt richtete das Beben auch Schäden an. Gebäuden und Dächer stürzten teilweise ein. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. „Das Beben wurde auch in Österreich stark verspürt“, gab die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) kurz darauf bekannt. Der Erdbebenherd lag demnach in rund 14 Kilometern Tiefe.

Intensität unterschiedlich
Das Erdbeben dürfte fast in ganz Graz wahrgenommen worden sein, auch südlich der Landeshauptstadt - etwa am Flughafen - waren Erdstöße spürbar. Allerdings mit unterschiedlicher Intensität. Teils berichteten die Menschen von Einrichtungsgegenständen, wie Sofas, die deutlich gewackelt, und Spiegeln, die „getscheppert“ hätten. Manche wollten bereits fluchtartig Gebäude verlassen, ehe der Spuk wieder vorbei war.

Bereits in der ersten Stunde nach dem Beben erreichten die ZAMG mehr als 200 Wahrnehmungsberichte aus Österreich. „Bei uns in der Obersteiermark, konkret in Zeltweg, war das Erdbeben sehr stark bemerkbar. Man hatte das Gefühl auf einem Schiff, mit sehr hohem Seegang, zu sein“, berichteten Otto und Ingrid H. (Video unten).

Der Erdbebendienst der ZAMG ersuchte die Bevölkerung, das Wahrnehmungsformular auszufüllen. Weitere Beben ließen sich nicht ausschließen

Die Auswirkungen des Bebens waren auch in anderen Bundesländern zu spüren. In Kärnten etwa gingen Meldungen von Erdstößen ein. Auch in der Bundeshauptstadt, Salzburg, Oberösterreich und im Burgenland waren die Ausläufer noch wahrnehmbar.

Mehr Beben als im langjährigen Durchschnitt
Ebenfalls am Dienstag wurde die jährliche Erdbeben-Bilanz der ZAMG veröffentlicht. Mit nun insgesamt 70 Vorfällen waren in diesem Jahr deutlich mehr Erdbeben in Österreich spürbar als normalerweise.

Davon waren 60 „heimische“ sowie fünf Erdstöße aus den Nachbarländern Italien, Slowenien und der Schweiz sowie vier aus Kroatien, die hierzulande wahrnehmbar waren. Insgesamt wurden 2020 laut der am Dienstag veröffentlichten ZAMG-Bilanz 1465 Erdbeben in Österreich lokalisiert.

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