22.12.2020 11:17 |

Streit um Nawalny

Moskau bestellt hochrangige EU-Botschafter ein

Russland missfällt der Umgang einiger EU-Länder mit der Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny - die Regierung hat daher am Dienstag hochrangige Diplomaten aus mehreren EU-Staaten ins Außenministerium in Moskau zitiert. Zuletzt sind Spekulationen aufgetaucht, dass Nawalny von Agenten des russischen Geheimdienstes FSB vergiftet worden sein könnte.

Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti sollen Dienstagfrüh Botschafter aus Deutschland, Frankreich und Schweden im Außenministerium in Moskau eingetroffen sein. Dem Vernehmen nach möchte Russland dabei seinem Missfallen im Streit um den Giftanschlag auf Oppositionsführer Nawalny Nachdruck verleihen.

Nawalny selbst hatte erst am Montag mitgeteilt, ein von ihm unter falschem Namen kontaktierter Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB habe eine Beteiligung an dem Giftanschlag auf ihn eingestanden.

Mit Nowitschok vergiftet
Nawalny war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Zwei Tage später wurde der 44-Jährige, noch im Koma liegend, zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht. Nach Angaben von drei europäischen Laboren, deren Ergebnisse von der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) bestätigt wurden, wurde Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet.

Nawalny für Putin „nicht wichtig genug“
Während Russland nach wie vor jede Beteiligung bestreitet, haben Deutschland, Österreich und andere Länder Russland wiederholt aufgerufen, das Verbrechen aufzuklären. Präsident Wladimir Putin erklärte erst vergangenen Donnerstag salopp, dass Nawalny es sicher nicht überlebt hätte, hätte man ihn umbringen wollen. Der Kreml-Kritiker sei für einen solchen Anschlag „nicht wichtig genug“.

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