Parlaments-Anfrage

Tatort Bahnhof: Fünf Anzeigen an jedem Tag

Eine Bande, die am Linzer Bahnhof Diebstähle und Überfälle beging, war heuer mehrmals in den Schlagzeilen. Doch sie ist nur die Spitze des Eisbergs. In einer Anfragebeantwortung durch Innenminister Karl Nehammer wird klar, dass in Oberösterreich auf Bahnhöfen im Schnitt fünf Übergriffe pro Tag angezeigt werden.

Es war der steirische FP-Abgeordnete Hannes Amesbauer, der die Liste von Anzeigen auf Bahnhöfen, Haltestellen und in Zügen anforderte, in der auch OÖ gesondert aufscheint. Eines vorweg: die Zahlen steigen. Im Jahr 2018 wurden in OÖ insgesamt 1219 passende Anzeigen eingebracht, 2019 waren es schon 1886, und allein im ersten Halbjahr 2020 zählte man 1208. Damit dürfte heuer die 2000er-Marke fallen.

Zwei bis drei sexuelle Übergriffe im Monat
Die Liste der Straftaten führen Diebstähle an, die jeweils rund ein Drittel ausmachen, dicht gefolgt von Suchtmitteldelikten aller Art. Sexuelle Übergriffe werden zwei- bis dreimal pro Monat angezeigt, meist sind es Belästigungen. Allerdings werden jährlich auch bis zu vier Nötigungen und Vergewaltigungen angezeigt.

Zwei Drittel sind Österreicher
Bei den ertappten Tätern, allein heuer waren es schon 801, handelt es sich in zwei Dritteln der Fälle um Österreicher. Bei den Ausländern führen Afghanen (je nach Jahr zwischen fünf und zwölf Prozent) vor den Deutschen, Syrern, Rumänen und Russen.

Weniger Asylwerber
Wenn man sich die Nicht-Österreicher genauer anschaut, dann waren heuer elf Prozent Asylwerber – dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Auffällig ist heuer, dass unter den Tatverdächtigen auf Bahnhöfen bereits im ersten Halbjahr mit rund 60 Personen doppelt so viele menschliche „U-Boote“ registriert wurden, wie im gesamten Vorjahr.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Mittwoch, 28. Juli 2021
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