Patienten stehen unter besonderem Schutz. Familien leiden aber darunter, ihre Liebsten am Krankenbett nicht besuchen zu können.
Wie schwierig und seelisch belastend die Situation für Angehörige von Spitalspatienten ist, zeigt der Fall eines Ehepaares aus dem Bezirk Mattersburg. Wegen einer schweren Erkrankung befindet sich die 54-jährige Frau in Wiener Neustadt (NÖ) auf der Intensivstation im künstlichen Tiefschlaf. „Anfangs gab es keine konkreten Auskünfte. Ich wusste nicht, ob meine Frau überleben wird. Bis jetzt darf ich nicht einmal in ihre Nähe“, klagt der Mann. In seiner Verzweiflung fragte er in einem Schreiben an die Bundesregierung nach: „Sehr geehrter Kanzler, sehr geehrter Minister, zu Weihnachten und Silvester darf gefeiert werden. Aber meine Frau darf ich nicht mehr sehen? Bitte, denken Sie einmal darüber nach!“
Wie der besorgte Mann die nächste Tage überstehen wird, ist fraglich. An der grundlegenden Situation werde sich so schnell nichts ändern, befürchtet er. Abgesehen von wenigen Ausnahmen, bleiben die Besuchsmöglichkeiten in Spitälern auf ein Minimum beschränkt. Verwiesen wird auf die strengen Sicherheitsbestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Die Gefahr einer lebensbedrohlichen Ansteckung muss so gering wie möglich gehalten werden. Das gilt vor allem für Patienten, die ohnehin einem höheren Risiko ausgesetzt sind“, betont das Personal in Wiener Neustadt. Zumindest wird versucht, den Burgenländer über den Gesundheitszustand seiner Frau genau zu informieren. „Ich bin nur auf Telefonauskünfte angewiesen, die Ärzte sind aber sehr bemüht, mich am Laufenden zu halten“, sagt der Mann. Er schätzt, dass seine Frau mindestens noch drei Wochen im Spital sein wird: „Ich kann nur das Beste hoffen.“
Karl Grammer, Kronen Zeitung
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