01.12.2020 16:58 |

1350 Salons schließen

Größte deutsche Frisörkette Klier ist insolvent

Viele Mitarbeiter deutscher Frisörsalons bangen um ihre Jobs. Auch die größte Kette Klier ist in den vergangenen Monaten aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten, das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Das entsprechende Verfahren über das Vermögen wurde am Dienstag eröffnet. Die Österreich-Tochter hat ihre 35 Filialen bereits Mitte November geschlossen.

Wie viele Stellen gefährdet sind, ist bisher unklar. Die Klier Hair Group kämpfe „um jeden Standort und will so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten“, so das Unternehmen. Derzeit lasse sich nicht seriös sagen, wie viele Salons im Rahmen des Insolvenzverfahrens schließen müssten. Klier betreibt in Deutschland rund 1350 Salons und Shops mit etwa 8500 Beschäftigten.

Ländergesellschaften bleiben unberührt
Neben den Standorten in Deutschland betreibt die Klier-Gruppe rund 100 Salons und Shops in Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Auch Marken wie Essanelle oder Super Cut gehören dazu. Vom Insolvenzverfahren sind nach Firmenangaben aber nur die deutschen Standorte betroffen, die Ländergesellschaften bleiben unberührt. Vor Kurzem hatte sich der Konzern entschlossen, sich aus Österreich zurückzuziehen.

Klier war infolge des starken Nachfragerückgangs seit dem Beginn der Corona-Pandemie finanziell immer mehr in Bedrängnis geraten. Nachdem Anfang September zunächst ein Schutzschirmverfahren beantragt worden war, um das Unternehmen zu sanieren, machte das zuständige Gericht nun knapp drei Monate später den Weg für das Insolvenz-Hauptverfahren frei.

„Jede Standortschließung tut weh“
Während des Schutzschirmverfahrens war das Restvermögen von Klier zunächst vor äußeren Zugriffen geschützt. Ziel eines solchen Ablaufs ist es, noch nach weiteren Lösungen zu suchen, ohne dass förmlich Insolvenz angemeldet wird. Jetzt hofft das Unternehmen also auf eine „nachhaltige Sanierung“. „Jede Standortschließung tut weh“, sagte Geschäftsführer Michael Melzer. Kurzfristig müsse man sich aber von dauerhaft unprofitablen Salons und Shops trennen, um die Klier-Gruppe als Ganzes erhalten zu können.

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