27.10.2020 12:33 |

Philadelphia geschockt

Erneute Proteste nach tödlichen Polizeischüssen

In den USA ist bei einem Polizeieinsatz neuerlich ein Afroamerikaner erschossen worden. In Philadelphia kam es deshalb zu spontanen Protestaktionen gegen Polizeigewalt, bei denen vier Beamte verletzt und mehrere Geschäfte beschädigt wurden. Der Bürgermeister der Stadt versprach eine lückenlose Aufklärung des Falles.

Nach Angaben der Polizei seien zwei Beamte am Montag zu einem mutmaßlich mit einem Messer bewaffneten Mann gerufen worden. Vor Ort trafen sie den 27-jährigen Walter W. an. Weil dieser das Messer trotz Aufforderungen nicht fallen ließ, haben die Polizisten schließlich das Feuer eröffnet, heißt es.

Der Mann brach von mehreren Kugeln (sein Vater spricht von zumindest zehn Schüssen) getroffen zusammen. Nach Angaben der Familie soll das Opfer zuletzt mit psychischen Problemen gekämpft haben. Während des Einsatzes soll auch die Mutter von W. versucht haben, ihren Sohn zu beruhigen.

„Keine Deeskalationsstrategien angewandt“
Videos des Einsatzes in den sozialen Medien sorgten daraufhin für massive Empörung, die schließlich in Protesten gipfelte. Die Demonstrierenden werfen den Polizisten vor, keine Deeskalationsstrategien angewandt zu haben. So hätte etwa ein Warnschuss oder auch der Einsatz eines Tasers die Lage entschärfen können, hieß es.

Bürgermeister: „Vorfall wirft Fragen auf“
Die Unruhen dauerten bis tief in die Nacht an. Wie der „Philadelphia Iquirer“ berichtet, soll dabei mindestens ein Polizeiauto in Brand gesetzt sowie mehrere Polizisten durch Steine oder andere Gegenstände verletzt worden sein. Der Vorfall habe Fragen aufgeworfen und werde untersucht, sagten Bürgermeister Jim Kenny und Polizeipräsidentin Danielle Outlaw in getrennten Erklärungen. Kenny versprach „eine vollständige Untersuchung“.

Polizeigewalt in den USA
In den USA gibt es seit Monaten eine Debatte über Polizeigewalt gegen Schwarze. Auslöser war der Tod des 46-jährigen George Floyd am 25. Mai. Er kam bei einem Polizeieinsatz ums Leben, nachdem ein weißer Beamter ihn minutenlang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte. Sein Tod löste in zahlreichen US-Städten und in anderen Ländern Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

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