20.10.2020 18:00 |

Testphase übersprungen

Russische Corona-Impfstoffe im Zwielicht

In Russland wurde nun ein zweiter Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zugelassen. Wichtige Tests dürften aber genau so wie beim ersten Vakzin („Sputnik V“) übersprungen worden sein.

Mit „EpiVacCorona“ und dem ersten Vakzin „Sputnik V“ soll die Pandemie besiegt werden, wenn es nach Präsident Wladimir Putin geht. Er plant, bald mit Massenimpfungen der russischen Bevölkerung zu beginnen. Europäischen Experten geht das zu schnell, wichtige Tests dürfe man einfach nicht überspringen!

„Gesunde Menschen werden hohem Risiko ausgesetzt“
„Natürlich könnte die Impfung sehr gut wirken, vielleicht aber auch gar nicht oder nicht lange genug. Vielleicht wird die Infektion dadurch verstärkt. Eventuell verursacht sie Nebenwirkungen, mitunter schwere. Fehlen genaue Testungen, kann man das schlichtweg nicht sagen. Man setzt auf diese Weise gesunde Menschen ohne eindeutigen Nutzen einem hohen Risiko aus“, so Infektiologe Prof. Dr. Heinz Burgmann von der MedUni Wien. „Ethisch nicht vertretbar!“, lautet sein Resümee.

Erst nach der wichtigen Phase 3 der Impfstoffentwicklung, in der 20.000 bis 30.000 Personen die Substanz unter kontrollierten Umständen verabreicht bekommen, zeigt sich, wie und ob diese wirkt. In dieser Phase befinden sich bereits einige Studien. Immer wieder wird aber unterbrochen und bei Auffälligkeiten „nachgebessert“.

„Bürokratie abkürzen, aber bitte nicht die Tests“
Der Experte hofft für Österreich auf mehrere Zulassungen von Impfstoffen für verschiedene Bevölkerungsteile, zum Beispiel ür Risikogruppen - vielleicht schon früher als Mitte 2021: „Es ist möglich, die Bürokratie abzukürzen, aber bitte nicht die Tests!“

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung/krone.at

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