18.10.2020 06:00 |

Bleibt Bühne treu

Andreas Vitásek: Von Pension kann keine Rede sein

Vitásek ab Dienstag auf den Spuren des „Herrn Karl“. Auch für danach hat er Pläne - ob er will, oder nicht. Denn nächstes Jahr wird er 65!

„Ich hatte mir überlegt, wie man den aktualisieren könnte. Wie würde er jetzt aussehen? Und da kam ich drauf, dass das Stück so gut geschrieben und gebaut ist, dass man es nur beschädigen würde“, erzählt uns Andreas Vitásek, als wir ihn zum Gespräch bitten. Der Kabarettist und Schauspieler traut sich am Dienstag im Wiener Rabenhoftheater über die Hürde von Qualtingers „Der Herr Karl“ drüber.

Es entstand, wie er Adabei erklärt, letztendlich eine „Konfrontation von Stand-up-Darstellungsform und dem alten Text“ dabei. Spannend, denn wie der 64-jährige Wiener sich sicher ist, „glauben sehr viele Leute, den ,Herrn Karl’ zu kennen. Aber sie kennen nur Teile davon.“ Wie er das meint? „Die meisten kennen die Geschichte, wo er sagt: ,Er hat mich angeschaut mit seinen blauen Augen‘. Also man sieht vor allem die Nazi-Mitläufer-Seite von Herrn Karl, die sehr dominant war. Aber es ist nur eine Seite von ihm.“

An welche wollen oder können sich manche nicht erinnern? „Seine unglücklichen Beziehungen zu den Frauen. Da sind drei Geschichten, die kaputtgehen, und er sucht aber nie bei sich selbst die Schuld. Die Frauen seien so furchtbar und hätten ihn enttäuscht.“

Er feiert seine Premiere mitten in der zweiten Corona-Welle. Wie hat er den Lockdown im Frühjahr erlebt? „Ich war gerade mitten in meiner Österreich-Tournee und habe mich dabei ertappt, dass ich gesagt habe: ,Jö, ich habe schon frei. Ich verdien zwar jetzt nichts mehr, aber jö, ich habe schon frei.‘ Und das hat so einen Zauber am Anfang gehabt. Nur diese Freude über: ,Jö, ich muss jetzt nix mehr arbeiten‘, ist dann gewichen zu: ,Ich darf nicht mehr arbeiten‘, und das war dann weniger angenehm.“

PS: Von Pause will Andreas Vitásek jetzt nichts mehr wissen. Schon gar nicht von Pension, die er 2021 antreten könnte, denn am 1. Mai wird er 65. „Es war eigentlich so, bevor dieses blöde Virus aufgetaucht ist, dass ich mir vorgenommen hatte, mich bei meinem 65er mit Reisen zu belohnen. Das habe ich praktisch ungewollt vorgezogen, nur kann ich leider nicht herumfahren.“ Und sonst? „Von Pension ist insofern keine Rede, weil man ja davor von seiner Versicherung ein Schreiben mit dem Betrag bekommt, den man erhält, wenn man in Pension geht. Dann schaut man sich diesen Betrag an, lächelt leise ...“ Und? „Und man beschließt, weiterzuarbeiten.“

Adabei Norman Schenz, Kronen Zeitung

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