Bild ersteigert

Nach Betrugs-Auktion ringt Opfer mit Amtsschimmel

„Das gibt’s doch alles nicht!“ Seit einem Jahr kämpft ein Jurist aus Oberösterreich mit dem deutschen Amtsschimmel, nachdem er bei einer Online-Versteigerung in Köln um beinahe 5000 Euro betrogen worden war. Das Auktionshaus ist dicht, die Polizei redet sich auf die Staatsanwaltschaft raus, von der gibt’s keine Info.

„Ich bin eines von Hunderten Opfern“, weiß der Jurist aus dem Bezirk Eferding, der sich am 16. November 2019 über den Zuschlag zum Bild „Träumende Dame“ von Ulisse Caputo freute. 3600 Euro kostete es, dazu kamen Aufgeld (648 Euro), Versand (150 Euro) und dazu noch Steuern - in Summe 4592,46 Euro. „Ich bekam zwei Tage später noch eine offizielle Rechnung mit dem Hinweise, zeitnahe zu zahlen, damit der Versand schnell in die Wege geleitet wird“, ärgert sich Wolfgang O., der noch am selben Tag den Betrag überwies.

Keine Aktivitäten von Staatsanwaltschaft
Dann war Funkstille. Als er stutzig wurde und zu recherchieren begann, stieß er auf Meldungen, dass gegen das Auktionshaus David ermittelt wird und es geschlossen hat. Die Internetseite ist auch offline. Als er sich mit der Polizei Köln in Verbindung setzte, folgte das böse Erwachen: „Man bestätigte mir, dass es viele Anzeigen gibt. Es wird nicht wegen Betrugs, sondern wegen Insolvenzverschleppung ermittelt.“ Seitens der Staatsanwaltschaft gebe es keine Aktivitäten. „Man hat das Gefühl, man will nichts tun“, ärgert sich der Jurist, der wissen will, ob es das Bild überhaupt gab – das Geld hat er schon abgeschrieben.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Dienstag, 20. Oktober 2020
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