07.10.2020 16:07 |

„Sind gegen Gesetze“

Aufregung um Video mit Grünen-Kandidat

In den sozialen Medien sorgt kurz vor der Wien-Wahl ein Video für Aufregung, das den grünen Kandidaten Abdelati Krimi zeigt, wie er sich in arabischer Sprache gegen das österreichische Eherecht ausspricht. Während Krimi sich damit verteidigt, der Ausschnitt sei „fehlerhaft“ übersetzt worden, stellte sich Vizebürgermeisterin Birgit Hebein schützend vor Krimi, der auf Listenplatz 40 gereiht ist. Sie ortet „Dirty Campaigning“ und beantragte eine beglaubigte Übersetzung des Videos.

Konkret geht es um die arabischsprachige Sendung auf der Plattform Infograt mit dem Titel „Live mit Krimi“ vom 8. August. Infograt richtet sich an ein arabischsprachiges Publikum in Österreich.

Fragen an Krimi zum österreichischen Eherecht
Der Videoausschnitt wurde von der Politologin Nina Scholz verbreitet, der er laut eigenen Angaben zugespielt worden war. Sie habe die Untertitel von zwei arabischsprachigen Kolleginnen überprüfen lassen, teilte sie in ihrem Posting mit. Sie seien korrekt. In dem Video ist zu sehen, wie eine Moderatorin dem Grünen die Frage eines Zuschauers zum österreichischen Eherecht vorlegt.

Knackpunkt Obsorgerechte
Krimi antwortete dabei laut der im Video eingeblendeten Übersetzung: „Bei Allah, über dieses Thema haben wir schon mal gesprochen [...]. Zum Wohlbefinden der Kinder wollen wir zwischen den Eltern schlichten. Es ist etwas Gutes und wir werden versuchen, dieses soziale Problem zu lösen, obwohl wir gegen die Gesetze dieses Landes sind, weil diese Gesetze die Frau schützen und ihr Obsorgerechte geben und auch die Rechte zur Erziehung der Kinder.“

Später soll er laut Scholz in der vollständigen Aufnahme der Sendung noch hinzugefügt haben: „Es ist ein großes Problem und wir werden es uns in Zukunft ansehen.“ In einer Stellungnahme auf Facebook verteidigte sich Krimi. Die Übersetzung und Interpretation des Videos seien falsch. In der Frage sei es darum gegangen, dass Männer bei einer Scheidung weniger Rechte hätten als Frauen.

Kindeswohl und Rechte der Frauen „stehen über allem“
Außerdem bestreitet Krimi, die österreichischen Gesetze zu kritisieren, und bezeichnet sich selbst als Feminist. In einem Statement stellte Hebein die grüne Haltung zum Thema Obsorge klar: „Das Kindeswohl und die Rechte der Frauen stehen über allem. Auch das bisher bekannte Handeln von Abdelati Krimi zeigt davon keinerlei Abweichung.“

Migranten bei stadtnahen Jobs bevorzugen
Auch mit ihrer über die Wahlorientierungsplattform wahlkabine.at publik gewordenen Position, Migranten bei stadtnahen Jobs in Zukunft bevorzugen zu wollen, ließen die Wiener Grünen aufhorchen.

In einer Aussendung reagierte etwa FPÖ-Spitzenkandidat Dominik Nepp darauf: „Hier eine ungerechte Inländerdiskriminierung zu fordern, kann nur den Grünen einfallen.“

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