06.10.2020 16:32 |

Halbinsel Kamtschatka

Greenpeace zeigt Ausmaß der Umweltkatastrophe

Nach dem massenhaften Tiersterben an der Küste der russischen Halbinsel Kamtschatka zeigt die Umweltschutzorganisation Greenpeace jetzt mit aktuellen Fotos und Videos das ganze Ausmaß der Umweltkatastrophe. In der vergangenen Woche waren an der Küste der Halbinsel wie berichtet Hunderte tote Meerestiere an die Strände gespült worden. Der Grund für die großflächige Verschmutzung bleibt weiter im Dunkeln.

Greenpeace-Aktivisten sind seit dem 4. Oktober vor Ort auf der russischen Halbinsel und dokumentieren die Ausbreitung der bisher ungeklärten Verschmutzung. Nach einer ersten Kontrolle hatten die örtlichen Behörden berichtet, dass das Wasser Ölprodukte enthielt, die viermal über den zulässigen Höchstwerten lagen, sowie Phenol, das die Grenzwerte um das 2,5-fache überschritt.

„Die mysteriöse Verschmutzung auf der Halbinsel Kamtschatka ist eine verheerende Katastrophe für die vielen Tiere, die dort leben. Es sind bereits hunderte Tiere wie Robben und Kraken verendet“, sagt Lukas Meus, Biodiversitätsexperte bei Greenpeace in Österreich.

Schaumteppich bedroht UNESCO-Weltkulturerbe
Laut Berichten von Umweltschützern bewegt sich der gelbliche Schaum mittlerweile vor der Küste Richtung Süden - zu einem vulkanischen Gebiet der Halbinsel, das UNESCO-Weltnaturerbe ist. Weitere Schadstoffmengen wurden auch in der Tiefe und an der Küste dokumentiert, hieß es am Dienstag in einer Aussendung von Greenpeace.

Greenpeace fordert von den russischen Behörden, so schnell wie möglich die Ursache für die Naturkatastrophe herausfinden und die Verschmutzung zu beseitigen. „Auf lange Sicht müssen Umweltgesetze verschärft und die russische Wirtschaft hin zu erneuerbaren Energien transformiert werden“, so Meus.

Dritte Umweltkatastrophe in Russland binnen Monaten
In Russland kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen. Ende Mai waren in der Industrieregion Norilskin, in der Nähe des Nordpolarmeeres, 21.000 Tonnen Öl aus einem Heizkraftwerk ausgelaufen. Nur einen Monat nach der Ölkatastrophe verursachte eine Anlage des russischen Bergbaukonzerns Norilsk Nickel eine weitere massive Umweltverschmutzung. Tausende Kubikmeter Abwässer einer Erz-aufbereitenden Anlage wurden „mehrere Stunden“ lang in den Boden der sibirischen Tundra geleitet.

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