29.09.2020 11:07 |

Schon Dutzende Tote

Berg-Karabach: Aserbaidschan setzt Offensive fort

Im umkämpften Gebiet Berg-Karabach im Südkaukasus halten die heftigen Gefechte den bereits dritten Tag in Folge an. Dienstagfrüh - Stunden vor Beginn einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats - startete die aserbaidschanische Armee eine neue Offensive in dem von Armenien unterstützten De-facto-Staat. Durch den neu entbrannten Konflikt wurden seit Sonntag mindestens 95 Menschen getötet.

Die Streitkräfte des Landes hätten in „mehreren Bereichen der Front“ auf die aserbaidschanische Offensive reagiert, teilte das armenische Verteidigungsministerium mit. „Der Feind“ habe dabei schwere Verluste erlitten.

„Massives Artilleriefeuer“
Ein Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums schrieb auf Facebook von „massivem Artilleriefeuer“ aserbaidschanischer Truppen auf armenische Stellungen. Die Truppen bereiteten sich auf einen weiteren Angriff vor. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, mit den Angriffen auf einen „armenischen Versuch einer Gegenoffensive“ in Berg-Karabach reagiert zu haben. Es verwies auch auf heftige Kämpfe in der Nacht.

Bei der Offensive auf die Stadt Fizuli seien zehn Kämpfer der armenischen Seite getötet worden, erklärte das aserbaidschanische Ministerium weiter. Zudem seien vier armenische Panzer sowie ein weiteres gepanzertes Fahrzeug zerstört worden.

Insgesamt wurden seit Beginn der Kämpfe am Sonntag 95 Todesopfer gemeldet, darunter neun aserbaidschanische und zwei armenische Zivilisten. Aserbaidschan meldete bislang keine Opfer unter seinen Streitkräften.

Armenien setzt auf Schutzmacht Russland„
Im Konflikt setzt Armenien im Fall einer weiteren Eskalation auf Russland als Schutzmacht. Der russische Militärstützpunkt in Gjumri sei der wichtigste Sicherheitsfaktor in der Region, sagte der armenische Botschafter in Moskau. Die Basis habe “immer eine stabilisierende Rolle gespielt", erklärte er. Gjumri liegt rund 120 Kilometer nördlich der armenischen Hauptstadt Eriwan. Zu dem Militärstützpunkt gehört auch eine Garnison in Eriwan.

UN-Sicherheitsrat tritt wegen Konflikt zusammen
Am Dienstagabend beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Konflikt. Das Treffen findet demnach hinter verschlossenen Türen statt. International besteht die Befürchtung, dass sich der Konflikt in der Region ausweiten könnte. Im Südkaukasus ringen Russland und die Türkei um Einfluss.

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