Mission „Adler 1“:

Schrottsuche im All mit Satelliten Marke Eigenbau

Ambitioniert ist ein Hilfsausdruck für das, was zwei Start-up-Unternehmer und das Österreichische Weltraumforum vorhaben. Im Herbst nächsten Jahres soll ein Mini-Satellit „Made in Austria“ mit dem Namen „Adler 1“ im All auf Schrottsuche gehen. „Captain“ ist Unternehmer Christian Federspiel aus Goldwörth (Oberösterreich).

„Weltraumschrott, auch wenn er noch so klein ist, kann Satelliten, Raumfahrzeuge oder -anzüge von Astronauten gefährden. Man geht davon aus, dass mehr als 170 Millionen Teilchen, die größer sind als einen Millimeter, aber auch Milliarden im Sub-Millimeter-Bereich im Orbit herumschwirren“, sagt ÖWF-Direktor Gernot Grömer aus St. Florian bei Linz. Dabei darf man auch die unsichtbaren Teile nicht unterschätzen, so Grömer: „Mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Sekunde könnten auch die kleinen Partikel die Schlagkraft einer Pistolenkugel entwickeln.“

In 600 Kilometern Höhe
Der Small-Sat „Adler-1“ besteht aus drei würfelförmigen Einheiten mit jeweils zehn Zentimetern Kantenlänge und soll in 600 Kilometern Höhe Weltraumschrott mit einem Radargerät und einer Art Mikrofon aufspüren. Das Radar übernimmt die Erfassung bis Sandkorngröße, das Mikro die kleineren Teilchen.

Ein Jahr Entwicklungszeit
„Adler-1“ soll nach einem Jahr Entwicklungszeit im Herbst 2021 starten. Der Österreicher Peter Platzer hat mit seiner Technologiefirma Spire Global im Silicon Valley (USA) bereits mehr als 100 Satelliten gebaut und soll das „Adler-Baby“ flugreif machen. Der frühere Softwareschmied (Catalysts) und Investor Christian Federspiel aus Goldwörth hat mit seiner Findus Venture GmbH Projektführung und Finanzierung über. Das Österreichische Weltraumforum (ÖWF) baut das Messinstrument und kümmert sich um die Organisation.

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Montag, 21. September 2020
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