15.09.2020 15:54 |

1981 abgeschafft

Umfrage: Mehrheit der Franzosen für Todesstrafe

Laut der repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hat sich eine Mehrheit der Franzosen für die Wiedereinführung der Todesstrafe ausgesprochen. Demnach waren 55 Prozent der Befragten mit der Aussage „Die Todesstrafe sollte in Frankreich wieder eingeführt werden“ einverstanden. Besonders groß war die Zustimmung bei Anhängern von Marine Le Pens rechter Partei Rassemblement National (85 Prozent) und der konservativen Partei Les Republicains (71 Prozent).

Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 vom damaligen sozialistischen Präsidenten Francois Mitterrand abgeschafft. Die letzte Hinrichtung erfolgte 1977. Damals wurde der verurteilte Mörder Hamida Djandoubi in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille auf der Guillotine enthauptet.

„Todesstrafe fügt sich in totalitäre Systeme ein“
„Die wirkliche politische Bedeutung der Todesstrafe liegt darin, dass sie auf der Idee beruht, dass der Staat das Recht hat, über seine Bürger zu verfügen - bis hin zum Tod“, sagte der damalige Justizminister Robert Badinter 1981 vor dem Parlament. „So fügt sich die Todesstrafe in totalitäre Systeme ein.“

Haltung der Franzosen seit Jahren gespalten
Der Umfrage zufolge hat die Haltung zur Todesstrafe die Menschen in Frankreich schon in den vergangenen Jahren gespalten. Der vorherige Höchstwert, den das Institut für die Zustimmung ermittelt hat, stammt aus dem Jahr 2015 und liegt bei 52 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Zustimmung für die Wiedereinführung allerdings bei nur 44 Prozent.

Auffällig ist, dass die Zustimmung unter den Anhängern der Linksaußenparteien besonders zugenommen hat - ein Anstieg von 31 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres. In Österreich ist die Todesstrafe seit 1968 völlig abgeschafft. Die letzte Hinrichtung hierzulande fand am 24. März 1950 statt.

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