11.09.2020 15:56 |

Erneut Ausgangssperren

Israel plant als erstes Land zweiten Lockdown

Angesichts immer weiter steigender Corona-Infektionszahlen verhängt Israel erneut strikte Ausgangsbeschränkungen. Wie das Corona-Kabinett am Donnerstagabend beschloss, herrschen mit Beginn des jüdischen Neujahrsfests 14 Tage lang landesweite Ausgangssperren - dem muss nur noch die Regierung in ihrer Sitzung am Sonntag zustimmen. Israel wäre damit weltweit das erste Land, das aufgrund der Corona-Krise zum zweiten Mal einen Lockdown verhängt.

Als das Coronavirus Österreich erreichte, galt Israel mit seinen recht strikten Maßnahmen offenkundig als Vorbild für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Wie das israelische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen nun jedoch erstmals die 4000er-Marke überschritten. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

Land kommt erneut zum Stillstand
Der Plan sieht zunächst eine landesweite Ausgangsbeschränkung vor. Die Menschen dürfen sich demnach nicht weiter als 200 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Neben Schulen und Kindergärten sollen auch Restaurants und Geschäfte geschlossen bleiben - Gebete dürfen nur im Freien stattfinden.

Der geplante Lockdown soll zwei Wochen lang dauern und noch vor dem jüdischen Neujahrsfest am kommenden Freitag beginnen. Die Regierung muss diese Schritte aber am Sonntag noch billigen und entscheiden, wann genau die Maßnahmen in Kraft treten sollen.

Viele Verstöße gegen Vorschriften
In 40 besonders betroffenen Ortschaften gelten bereits seit Dienstagabend nächtliche Ausgangssperren. Nach Medienberichten gibt es jedoch viele Verstöße gegen die Vorschriften. Betroffen von den hohen Corona-Infektionszahlen sind vor allem arabische und streng religiöse jüdische Wohnorte. Die meisten Corona-Erkrankungen gibt es in Jerusalem.

Die Fallzahlen schnellten vor allem nach den raschen Lockerungen rasant in die Höhe. Seit Beginn der Pandemie wurde der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 145.673 Menschen in dem rund neun Millionen Einwohner fassenden Land nachgewiesen. 1075 Menschen sind nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. 977 Corona-Patienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen ist schwer erkrankt und befindet sich auf der Intensivstation.

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