10.09.2020 17:02 |

Klimasünder bestrafen

Neun von zehn Österreichern fordern Klimamaßnahmen

Auch während der Corona-Pandemie ist der Klimawandel nicht aus dem Blickfeld der Österreicher verschwunden. Laut einer aktuellen Studie ist die Bevölkerung überwiegend der Ansicht, dass Maßnahmen dagegen ergriffen werden müssen. Neben der Eigenverantwortung seien zu dem Thema vor allem die Wirtschaft und die Politik gefragt. Ein Bericht der Vereinten Nationen warnt zudem, dass die Pandemie die Erderwärmung nicht merklich gebremst hat.

Demnach gaben 79 Prozent der Österreicher ein überwiegendes Interesse an dem Thema an - rund neun von zehn Personen würden gegensteuernde Maßnahmen als sinnvoll und notwendig erachten, erklärt Anita Malli, Geschäftsführerin der Initiative „Mutter Erde“, die die Studie initiiert hat. Lücken zeigen sich laut der Studie des Marktforschungsinstituts Integral beim Informationsstand zum Thema - nur elf Prozent gaben an, gut darüber Bescheid zu wissen.

Bereits jetzt mehr Achtsamkeit
Die Bereitschaft, sich künftig klimafreundlicher zu verhalten, ist weitgehend vorhanden. Bereits jetzt geben jeweils rund drei Viertel der Befragten an, Gebrauchsgegenstände möglichst lange zu verwenden bzw. reparieren zu lassen und regional produzierte sowie saisonale Lebensmittel zu kaufen. Zwei Drittel machen bereits weniger Flugreisen, um das Klima zu schonen. Relativ wenige Befragte (34 Prozent) achten aber darauf, weniger Auto zu fahren.

Klimasünder sollen bestraft werden
Die Österreicher würden es vor allem unterstützen, wenn künftig mehr Ökostrom produziert werden würde (89 Prozent). Dichtere Fahrpläne des öffentlichen Verkehrs (82 Prozent) und eine Umgestaltung des Steuersystems nach dem Verursacherprinzip (79 Prozent), sodass klimafreundliches Verhalten günstiger wird und klimaschädliches Verhalten teurer, finden ebenfalls breite Unterstützung.

Wenig Vertrauen in Politik
Dass die Politik jedoch die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel setzen wird, glaubt lediglich ein Drittel der Befragten. „Die Regierung sollte sich auf die Wünsche der Bevölkerung besinnen. Großkonzerne diktieren noch immer viel in der Politik“, meinte Agnes Zauner, Geschäftsführerin der Umweltschutzorganisation Global 2000. Geplante Maßnahmen wie eine ökosoziale Steuerreform seien zwar zu begrüßen, jedoch müssten diese schneller umgesetzt werden.

Klimawandel durch Corona kaum gebremst
Obwohl in den Phasen des Lockdowns rund 17 Prozent weniger CO2 ausgestoßen wurde, zeigt ein Bericht mehrerer UN-Organisationen, dass die Emissionen wohl nur geringfügig unter jenen des Vorjahres liegen werden. Während die Werte bereits Anfang Juni nur noch rund fünf Prozent unter denen von 2019 gelegen sind, habe sich zudem die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre weiter deutlich erhöht.

Die Jahre 2016 bis 2020 dürften damit wohl zur wärmsten Fünfjahresperiode seit Beginn der Aufzeichnungen werden. 2020 sei bisher ein „so nie da gewesenes Jahr für die Menschen und den Planeten“ gewesen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. „Wir müssen die Erholung von der Pandemie als echte Gelegenheit zum Aufbau einer besseren Zukunft nutzen.“

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