07.09.2020 14:18 |

„Keine andere Option“

Nach Djokovics Abschuss: Jetzt äußert sich Referee

Nach seinem folgenschweren Ausraster bei den US Open ist Novak Djokovic einfach davongedüst. „Da war keine andere Option, als ihn zu disqualifizieren“, sagt der deutsche US-Open-Referee Sören Friemel nach der Disqualifikation der Nummer eins. 

„Da sind zwei Faktoren - der eine ist die Aktion, der andere das Ergebnis. Bei der Aktion war keine Absicht. Aber das Ergebnis, eine Linienrichterin zu treffen und zu verletzen ist ein wesentlicher Faktor im Entscheidungsprozess. Einen Spieler bei einem Grand Slam zu disqualifizieren, ist eine harte Entscheidung. Aber es ist egal, ob auf dem Ashe, ob es die Nummer eins oder ein anderer Spieler ist“, schildert Friemel.

Linienrichterin getroffen
Djokovic hatte am Sonntag in seinem Achtelfinale gegen den Spanier Pablo Carreno Busta nach einem verlorenen Aufschlagspiel im ersten Satz wütend „blind“ einen Ball weggeschlagen und dabei eine Linienrichterin getroffen. Zwar hatte der Serbe den Ball nicht mit Absicht in Richtung der Frau geschlagen, diese war aber zu Boden gegangen und hatte danach sichtlich Atemprobleme. Djokovic schien selbst völlig erschrocken über die Situation. Den Regeln entsprechend wurde er disqualifiziert.

Hier die Szene im Video:

Die Entscheidung des Schiedsrichter-Gremiums fiel nach zehnminütiger Diskussion. Bei weltweit allen Tennisturnieren werden Spieler für derartige Vergehen sofort ausgeschlossen. Es hatte auf oberster Stufe auch schon andere Topspieler wie den Schweden Stefan Edberg, den Argentinier David Nalbandian oder zuletzt vor drei Jahren im Davis Cup den Kanadier Denis Shapovalov getroffen. Djokovic hatte schon wenige Minuten vorher einen Ball in die Nähe Offizieller in Richtung einer Bande geknallt.

Williams-Coach: „Hatte zu viel auf seinem Teller“
Im Streben nach Zuneigung, Akzeptanz und Ruhm scheint sich Djokovic verzettelt zu haben. „Ich habe das Gefühl, dass Novak zu viel auf seinem Teller hatte“, twitterte Serena-Williams-Coach Patrick Mouratoglou. „Zu versuchen, die US Open zu gewinnen, ist schon eine große Sache. Die Spielerorganisation zu starten und eine Kampagne zu führen, um Spieler davon zu überzeugen ist ein Full-Time-Job und jede Menge Extra-Stress.“ Niemand könne sich bei einem Major leisten, den Fokus zu verlieren.

Pressekonferenz geschwänzt
Djokovic war durch eine Aufgabe gegen den Schweizer Stan Wawrinka auch im Vorjahr nicht über das US-Open-Achtelfinale hinausgekommen. Er verabsäumte es daher nun auch, in der Weltrangliste punktemäßig zuzulegen. Das bisher im Turnierverlauf gewonnene Preisgeld erhält der 33-Jährige nicht. Einige Stunden nach seinem Black Out bat er in den sozialen Medien um Verzeihung. Die obligatorische Pressekonferenz hatte er noch geschwänzt.

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