01.09.2020 16:43 |

Demos in Los Angeles

Erneut Afroamerikaner von Polizei erschossen

In den USA ist erneut ein Afroamerikaner von zwei weißen Polizisten erschossen worden. Der 29-jährige Dijon Kizzee war gerade mit seinem Fahrrad unterwegs, als er von den Beamten wegen eines Verkehrsdelikts gestoppt wurde, wie die Polizei erklärte. Er sei danach vor den Polizisten davongelaufen und habe während der Verfolgung einem der Beamten ins Gesicht geschlagen, wobei er ein Bündel mit Kleidung fallen ließ, in dem sich eine halbautomatische Waffe befunden haben soll. 

„Die Polizisten haben gesehen, dass sich in der Kleidung, die er fallen ließ, eine schwarze halbautomatische Handfeuerwaffe befand“, sagte der stellvertretende Sheriff Brandon Dean vor Journalisten. Daraufhin hätten die Beamten das Feuer eröffnet. Augenzeugen des Vorfalls, von dem auch Handyvideos im Netz landeten, berichteten davon, dass die Polizei unverhältnismäßig reagiert habe.

Zeugin: Von Dijon Kizzee ging keine Gefahr aus
„Sie hätten nicht mehr als fünfmal auf ihn schießen müssen. Sie hätten ihm einfach einmal ins Bein schießen können“, sagte eine Zeugin des Vorfalls zu CBS Los Angeles. Außerdem sagte sie, dass Kizzee keine Gefahr für die Polizisten dargestellt habe: „Was nützt es, ein Gefängnissystem zu haben, wenn Sie uns nur töten wollen? Wofür seid ihr hier? Wen beschützt ihr?“

Unterschiedliche Versionen des Vorfalls
Vom zeitlichen Ablauf des Vorfalls gibt es unterschiedliche Versionen, von der Polizei, unterschiedlichen Medien und von Zeugen, die jeweils ihre Sicht der Dinge darlegten. Laut „Los Angeles Times“ soll Kizzee sein Fahrrad fallen gelassen haben, als er von den Beamten angesprochen wurde, und danach weggelaufen sein. Als die Polizisten ihn erneut stellten, soll er einen der Beamten ins Gesicht geschlagen und dabei sein Bündel mit Kleidung fallen gelassen haben. Dabei hätten die Polizisten die halbautomatische Waffe gesehen und sofort das Feuer eröffnet.

Massenproteste seit dem Tod von George Floyd
Nach den Schüssen versammelten sich mehr als hundert Demonstranten vor Ort, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. In den USA sind seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai in vielen Städten Demonstranten auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren.

Zuletzt sorgten vor eineinhalb Wochen Schüsse auf den Afroamerikaner Jacob Blake in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin für Empörung. Ein weißer Beamter feuerte dem 29-Jährigen aus nächster Nähe siebenmal in den Rücken.


Trump wird Kenosha am Dienstag besuchen. Er will dort unter anderem Vertreter der Sicherheitskräfte treffen und sich bei Ausschreitungen verursachte Schäden zeigen lassen. Ein Treffen mit Blakes Familie war nicht geplant.

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