29.08.2020 12:06 |

Gastkommentar

Trump muss sich um seinen Sieg nicht sorgen

Jedes Land bekommt den Präsidenten, den es verdient. Die Amerikaner also Donald Trump. Post-Debatte hin, Briefwahl-Diskussion her - wie alle Republikaner vor ihm lehnt auch der amtierende Mann im Oval Office die Option der postalischen Stimmabgabe ab, da diese den Demokraten mehr Stimmen bringt.

Viele Amerikaner aus den untersten Schichten haben nämlich nicht nur zwei bis drei Jobs, sondern auch keinen Ausweis, den sie für die persönliche Stimmabgabe benötigten. Also bleibt die Briefwahl als einzige Möglichkeit.

Und somit bleibe ich bei meiner Prognose: Trump muss sich um seinen Sieg nicht sorgen. Warum? Weil er seit seiner Reality-TV-Show ein Kommunikationsprofi ist, der eine gut geölte Wahlkampf-Maschinerie hinter sich weiß und täglich Propaganda twittert. Ein Populist, der seinen um drei Jahre älteren Konkurrenten „sleepy“ Joe Biden so alt aussehen lässt, dass selbst seine Unterstützer Mitleid bekommen.

Ein Wortakrobat, der in einfachen Bildern spricht. Weil er China die Stirn bietet, Strafzölle verhängt und US-Bürger gegen Datenklau von WeChat, TikTok oder Huawei schützt. Weil er der Börse (vor Corona) Auftrieb gab, Auto-Firmen nach Detroit zurückholte und Konzerne überzeugte, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Und ja, weil er mit dem Kopf durch die Wand geht, bei der Mauer zu Mexiko, obwohl alle gedacht hätten, das sei nur ein plumper Wahlkampfschmäh.

Mag sein, dass Trump ein großer Showman ist. Aber er trifft die Herzen der Amerikaner.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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