10.08.2020 06:00 |

Trotzdem ertappt!

Steuer-Täter mit „Fliesen-Handys“ und faulem Obst

Ihr Ruf eilt ihnen voraus - und sie treiben den schwarzen Schafen in der Wirtschaft die Schweißperlen auf die Stirn. Jetzt zogen die Teams der Steuerfahndung Bilanz über das Jahr 2019. Die Experten des Finanzministeriums trieben demnach 104 Millionen Euro ein. Geld, das dem Steuerzahler gehört! Insgesamt wurden 561 Fälle bearbeitet und 72.000 Gigabyte (!) an Daten sichergestellt.

Im Oktober des Vorjahres ließen Steuerfahnder etwa ein Brüderpaar in Wien hochgehen. Die Betreiber eines Handyshops hatten einfache Fliesen statt hochpreisiger Smartphones in den Verpackungen. Diese waren freilich nicht zum Verkauf bestimmt - um die Vorsteuer abzuschöpfen, reichte es aber allemal. Die Männer waren Teil eines internationalen Karussellbetrugs, die Ermittlungen dazu laufen immer noch.

Kreativer Obstbauer
Aber auch in Gastronomie und im Handel zeigen sich die Betrüger durchaus kreativ: Ein steirischer Obstbauer verursachte beispielsweise einen Schaden von rund 9 Millionen €, indem er Rechnungen, Transportpapiere und Vollmachten von ausländischen Firmen fälschte, um Steuern zu hinterziehen.

Dreist ging auch der Betreiber eines China-Restaurants in Vorarlberg vor. Er ließ sich die Registrierkassa von einem IT-Experten so programmieren, dass nachträglich Umsätze gelöscht wurden: 600.000 € Schaden!

Schwarze Schafe
Die große Mehrheit der heimischen Unternehmer hält sich selbstverständlich an die Gesetze und führt ihre Abgaben brav und meist pünktlich ab. Umso bitterer ist es, wenn schwarze Schafe - und die gibt es in beinahe allen Branchen - den Staat und damit den Steuerzahler über den Tisch ziehen.

„Steuerhinterziehung schadet nicht nur dem Standort, sondern auch dem Ruf der Wirtschaft“, betont Finanzminister Blümel, der weiterhin ein entschlossenes Vorgehen gegen Steuerbetrug ankündigt.

O. Papacek, Kronen Zeitung

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