14.07.2020 11:56 |

ÖGB-Vizechefin besorgt

„85 Prozent aller Corona-Arbeitslosen sind Frauen“

In Österreich sind noch immer knapp 65.000 mehr Menschen ohne Arbeit als vor Beginn der Corona-Krise - 85 Prozent von ihnen sind Frauen. Insgesamt waren damit mehr als 460.000 Menschen mit Ende Juni arbeitslos. ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann mahnt nun, dass Frauen nicht aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden dürfen - es brauche hier dringend Maßnahmen, um die Fortschritte bei der Gleichberechtigung nicht wieder zunichtezumachen.

Während die Zahl an Personen in Kurzarbeit deutlich zurückgeht, erholen sich die Arbeitslosenzahlen hingegen nur wenig. Die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt scheint für Frauen dabei deutlich schwieriger als für Männer. „Erfreulicherweise gehen die Zahlen wieder zurück, bei den Frauen allerdings deutlich langsamer als bei Männern. Frauen dürfen jetzt nicht aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden“, sagt ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann.

„Frauen brauchen jetzt Unterstützung“
In den vergangenen Monaten mussten Frauen bereits massiv Arbeitszeit reduzieren und Urlaub verbrauchen, um die Kinderbetreuung überhaupt stemmen zu können. Trotz anstehender Sommerferien habe die Regierung nicht auf die Forderung nach flächendeckenden und kostengünstigen Betreuungsangeboten reagiert, erklärt Schumann und ergänzt: „Frauen haben Angst um ihre Jobs und brauchen jetzt Unterstützung. Eine noch höhere Arbeitslosigkeit muss unbedingt vermieden werden.“

Fortschritte bei Gleichberechtigung in Gefahr
„Die wöchentliche Präsentation der Arbeitsmarktzahlen bringt Frauen nicht rascher zurück in den Arbeitsmarkt. Was wir brauchen, ist die dringende Wiedereinführung der Verwendung von zumindest 50 Prozent des AMS-Förderbudgets für Frauen, die unter der letzten Regierung abgeschafft wurde“, so Schumann. Die Folgen der Krise werden am Arbeitsmarkt noch länger spürbar und eine Rückkehr zu Vollzeit unter Umständen noch schwieriger sein.

Das hätte drastische langfristige Folgen für das Erwerbseinkommen und somit auch die Pensionshöhe von Frauen. „Die Corona-Krise darf die ohnehin begrenzten Fortschritte der Gleichberechtigung nicht wieder rückgängig machen. Die Politik ist jetzt gefragt, Frauen bei den Maßnahmen zur Bewältigung der Krise stärker zu berücksichtigen und zu unterstützen“, so die ÖGB-Vizepräsidentin.

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