10.07.2020 12:20 |

Korruptionsskandal

Südkorea: 20 Jahre Haft für Ex-Präsidentin Park

Park Geun Hye ist drei Jahre nach ihrer Amtsenthebung am Freitag zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die ehemalige Präsidentin Südkoreas habe großes Durcheinander in die Staatsangelegenheiten gebracht, erklärte das Gericht in Seoul das Urteil.

Drei Jahre nach ihrer Amtsenthebung ist die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye bei einer Neuverhandlung erneut zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Das Obergericht in Seoul reduzierte am Freitag allerdings die Strafen, die sie zuvor schon wegen Korruption und Machtmissbrauchs sowie in einem separaten Prozess wegen Vorteilsnahme im Amt erhalten hatte, um zehn auf insgesamt 20 Jahre.

Massiver Korruptionsskandal
Park habe ihre von der Verfassung aufgelegen Pflichten nicht erfüllt und dabei Verbrechen begangen, wodurch sie ein großes Durcheinander in die Staatsangelegenheiten gebracht habe, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap das Gericht. Park war während ihrer Regierungszeit in einen massiven Skandal verwickelt, der im März 2017 zu ihrer Amtsenthebung führte.

Sie soll während ihrer Amtszeit illegal hohe Summen vom Geheimdienst angenommen haben. Beide Verfahren wurden jetzt in der Neuverhandlung zusammengezogen. Das Oberste Gericht in Seoul hatte im vergangenen Jahr das Urteil der Berufungsinstanz in großen Teilen wegen Verfahrensfehlern aufgehoben und den Fall zurückgewiesen.

Erste Frau im Präsidentenamt
Zudem wurde gegen Park wegen Verstoßes gegen die Wahlgesetze eine weitere Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt. Die Haftstrafen summierten sich damit zunächst auf 32 Jahre. Die Südkoreaner hatten die Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung-hee Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Parks Nachfolger im Präsidentenamt ist der sozialliberale Moon Jae-in.

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