07.07.2020 13:53 |

Nach Prügel-Attacke

Rassismus-Vorwürfe gegen Wiener Polizei

Schockierender Angriff am Sonntag auf Jugendliche in der Wiener Seestadt Aspern: Ein Verdächtiger soll grundlos auf drei Burschen eingeprügelt und einem die Nase gebrochen haben. Der Schläger flüchtete vor dem Eintreffen der Polizisten - gegen die eines der Opfer (16) nun im Internet schwere Rassismus-Vorwürfe erhebt. Es wird ermittelt.

Aus dem Nichts und völlig grundlos soll der Verdächtige (ein 26-jähriger rumänischer Staatsbürger) den Jugendlichen im Nahbereich der U-Bahn-Station Seestadt attackiert und auf diesen eingeschlagen haben. Zwei weitere Burschen eilten dem Opfer zu Hilfe - auch sie wurden brutal attackiert.

Als die von Augenzeugen alarmierten Polizeibeamten schließlich am Einsatzort eintrafen, war der Schläger bereits über alle Berge. Die Opfer wurden von der ebenfalls eingetroffenen Berufsrettung medizinisch versorgt, zwei von ihnen mussten ins Spital gebracht werden. Der Aggressor war unterdessen mit einem Fahrzeug geflüchtet, laut Polizeisprecher Daniel Fürst ist er mittlerweile aber ausgeforscht.

Interne Ermittlungen laufen
Ein schockierender Angriff, der auch ein Nachspiel für die Exekutivbeamten haben könnte: Denn jenes Opfer - Sohn einer Wienerin und eines aus Nigeria stammenden österreichischen Staatsbürgers -, dem bei der Attacke die Nase gebrochen wurde, erhebt im Nachhinein schwere Vorwürfe gegen die Polizisten. Mehrmals seien rassistische Aussagen bezüglich seiner Hautfarbe fallen gelassen worden. Während die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Angreifer laufen, wird nun auch bei der Exekutive intern auf Hochtouren ermittelt.

„Die Wiener Polizei lehnt jede Art von Diskriminierung strikt ab und würde so ein Verhalten unter keinen Umständen dulden. Die Vorwürfe werden mit Nachdruck überprüft“, so Polizeisprecher Daniel Fürst. Das Funkprotokoll der Landesleitzentrale sei bereits gesichert worden. Die Auswertung des Materials läuft noch.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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