Bei Screening entdeckt

Corona: Jetzt Fleischverarbeiter in Linz betroffen

In Oberösterreich - wo es in den vergangenen Tagen zum Aufflammen gleich mehrerer Corona-Cluster gekommen war - sind nun in einem vierten Schlachthof neue Infektionen nachgewiesen worden. Bisher war man von 23 Fällen rund um drei Großbetriebe in den Bezirken Ried/Innkreis, Wels-Land und Braunau ausgegangen (siehe krone.tv-Bericht oben). Am Montag wurden dann zwei Mitarbeiter in einem Linzer Unternehmen positiv getestet. Der Fleisch- und Wurstwarenhersteller Landhof in Linz gab später bekannt, dass in seinem Werk drei Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet wurden.

Wie das Unternehmen betonte, habe man am vergangenen Freitag „auf freiwilliger Basis und auf eigene Kosten im Rahmen der Eigenvorsorge alle anwesenden Mitarbeiter getestet“. Von 209 Testungen waren 206 negativ. Die drei positiv Getesteten zeigen bisher offenbar keine Krankheitssymptome, zwei von ihnen sind in der Verwaltung und eine in der Verpackung tätig.

Produktion läuft weiter
Die freiwilligen Abstriche erfolgten in Abstimmung mit der zuständigen Behörde und wurden am Montag fortgesetzt, bis alle 250 Beschäftigten durchgetestet sind. Die Produktion laufe weiter wie bisher, wobei als zusätzliche Vorsorgemaßnahme jene Mitarbeiter, die Covid-19 negativ getestet wurden, FFP-2 Masken erhielten.

Außerdem teilten die in Villach ansässigen Marcher Fleischwerke, zu denen Landhof gehört, mit, dass alle Testungen in ihren Schlacht-und Zerlegebetrieben „sowohl im Rahmen des Screenings durch die AGES als auch die freiwilligen Testungen“ nur negative Ergebnisse lieferten".

Österreichs Fleischverarbeiter und Schlachthöfe würden sich laut Anka Lorencz, Geschäftsführerin des Lebensmittelgewerbes in der Wirtschaftskammer Österreich, am laufenden Screening-Programm beteiligen. Im Zuge dessen waren auch die bisherigen Infektionsfälle in der Branche aufgedeckt worden. Es sei aufgrund des regionalen Corona-Clusters in Oberösterreich „nicht überraschend, dass sich auch Mitarbeiter der Branche darunter befinden würden“, so Lorencz.

„Vorsorgliches Handeln“ gelobt
Die rechtliche und soziale Situation in Österreich und Deutschland, wo es zu einem massiven Corona-Ausbruch beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies gekommen war, ist aber „keinesfalls vergleichbar“, versuchte Lorencz zu beruhigen. Hierzulande seien die Betriebe deutlich kleiner und regionaler. OÖ-Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) schloss sich dem an und begrüßte das „vorsorgliche Handeln der Schlachthöfe“.

Ab kommenden Dienstag muss angesichts der steigenden Fallzahlen in sämtlichen Amtsgebäuden des Landes Oberösterreich wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das hatte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bereits am Sonntag mitgeteilt. Er rief die Städte und Gemeinden zudem dazu auf, dem Beispiel zu folgen.

Über 1000 aktive Fälle landesweit
240 Millionen Euro stellt die Regierung bis Jahresende für ein österreichweites Screeningprogramm bereit, mit dem vor allem symptomlos ablaufende Covid-19-Erkrankungen herausgefiltert werden sollen. Noch am Sonntag hatten Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betont, dass man mit kleineren Schlachthof-Strukturen und vorsorglichem Testen der Betriebe dem Virus einen Schritt voraus sei.

In Österreich gibt es aktuell wieder mehr als 1000 aktiv am Coronavirus Erkrankte. 706 Personen sind bisher mit Covid-19 gestorben, 16.647 gelten als wieder genesen. In den vergangenen 24 Stunden wurden 85 Neuerkrankte bekannt, die meisten davon in Oberösterreich.

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Montag, 10. August 2020
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