22.06.2020 15:52 |

75 Jahre Kriegsende

Wie im Krieg der Tunnel am Loibl gegraben wurde...

Unmenschlich waren die Bedingungen, unter denen Häftlinge des KZ Loibl in den 1940-ern den Tunnel graben mussten.

Ab 1941 verteilte die SS Häftlinge des KZ Mauthausen als Arbeitskräfte auf Nebenstandorte. Bis zur Befreiung des Konzentrationslagers im Mai 1945 wurden 40 solche Außenlager errichtet. Dort wurden die Insassen vor allem zu Bauarbeiten gezwungen, so auch im Außenlager am Loibl.

Barbarische Bedingungen bei Tunnelbau
Ab 1943 mussten fast 2000 Gefangene ohne jegliche Sicherheitsmaßnahmen vom Süden und vom Norden her den Tunnel graben. Für die Nazis war die Route als Verkehrsweg vom Deutschen Reich zum Balkan bedeutend. Krankenlager gab es keine, medizinische Versorgung kaum: Arbeitsunfälle endeten oft tödlich. 40 Häftlinge starben in beiden Lagern, 600 wurden wegen Krankheit oder Erschöpfung zurück nach Mauthausen transportiert und getötet.

Jene, die zu krank für den Transport waren, brachte Lagerarzt Sigbert Ramsauer mit Benzininjektionen um. Nach Kriegsende wurde er zu lebenslänglicher Haft verurteilt, kam aber nach sechs Jahren frei und wurde sogar Chefarzt im LKH Klagenfurt. Die hauptverantwortlichen SS-Kommandanten Jakob Winkler und Walter Brietzke wurden erhängt.

Nach der Schließung des Nord-Lagers im April 1945 übergab die SS das Süd-Lager im Mai an die Alliierten, die die Insassen weiter bewachten. Gehfähige marschierten zu Fuß nach Kärnten, wo eine Häftlingskolonne von Partisanen befreit wurde. 

Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
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