21.06.2020 06:01 |

Seen statt Adria

Warum die Österreicher nun im Land bleiben

Statt an der Adria sonnen wir uns heuer an den heimischen Seen - bevorzugt jenen in Kärnten. Allerdings: Finanzielle Gründe schränken vier von zehn Österreichern in ihren Urlaubsplänen ein.

Trotz offener Grenzen wollen sechs von zehn Österreichern heuer ihren Urlaub im Inland verbringen. „Das Ergebnis hat mich überrascht“, sagt Andrea Fronaschütz, Geschäftsführerin des Gallup Institutes, das Mitte Juni 1000 Österreicher zu deren Reiseplänen befragte. Die Zahl stieg im Vergleich zur Mai-Befragung – da waren die Schranken noch dicht.

„Lange Planungsunsicherheit“
Damals gaben zudem 19 Prozent an, Österreich als Urlaubsland aktuell interessanter zu finden als früher – im Juni sind es noch immer 18%. „Es gab lange keine Planungssicherheit. Das Einzige, was man wusste: Wir dürfen in Österreich Urlaub machen“, erklärt Fronaschütz das erstarkte Interesse.

Knapp zwei Drittel wählen Österreich aufgrund der schönen Landschaft als Urlaubsland. Fast ebenso viele entscheiden sich für eine Reise innerhalb der Grenzen, weil kein Flug notwendig ist. „Das ist auch bei den Reisen ins Ausland ein wichtiges Kriterium“, so die Meinungsforscherin.

See und Wandern
Außerhalb Österreichs hat Kroatien (32%) die Nase vorne, gefolgt von Italien (15%) und Griechenland (8%). „Das Meer ist das zweite wichtige Kriterium.“ Oder stattdessen der See: Mehr als die Hälfte der Inlandsurlauber zieht es dorthin, an zweiter Stelle steht das Wandern. „Das Gefühl einer geringeren Ansteckungsgefahr beflügelt auch jene Reisearten, bei denen man gefühlt schwieriger Abstand halten kann“, sagt Fronaschütz. Deshalb gewannen Wellness- und Städteurlaube (jeweils + 8%) im Vergleich zum Mai an Bedeutung.

Die Liebe der Österreicher zum Süden spiegelt sich im Bundesländerranking wider: Kärnten führt vor der Steiermark. Nach Wien zieht es 17% der Österreicher – einzig die Tiroler und Vorarlberger (31%) haben ein gesteigertes Interesse an der Bundeshauptstadt.

Angst, sich im Urlaub anzustecken, haben nur noch 14 Prozent – knapp halb so viele wie im Mai. Wer nicht verreist, tut das in erster Linie aus finanziellen Gründen (39%). „Vor allem die 31- bis 50-Jährigen kämpfen mit Gehaltseinbußen und Zukunftsängsten“, sagt Andrea Fronaschütz. Und ein Drittel der Österreicher hat „einfach keine Lust wegzufahren“, bei den Pensionisten ist es fast die Hälfte.

Teresa Spari, Kronen Zeitung

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