22.05.2020 23:44 |

Mehr als 80 Tote

Pakistan: Pilot versuchte Airbus zweimal zu landen

Beim Absturz einer Passagiermaschine in einem dicht besiedelten Wohnviertel der größten pakistanischen Stadt Karatschi sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der bestätigten Toten erhöhte sich nach Angaben der Behörden bis Freitagabend von zuletzt 56 auf mindestens 80. Mindestens drei Menschen haben den Absturz überlebt. Wie aus dem Funkverkehr hervorgeht, versuchte der Pilot zweimal, den Airbus zu landen, kurz vor dem Drama soll er einen Ausfall beider Triebwerke gemeldet haben. Pakistan hatte erst unlängst seine Inlandsflüge wieder aufgenommen, die wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt waren.

Die Maschine mit 99 Menschen an Bord war in Lahore gestartet und auf dem Landeanflug in Karatschi, als das Drama in der Nähe des Flughafens geschah. Von der Unglücksstelle stieg dichter Rauch auf, der Flugzeugrumpf steckt in den Trümmern mehrstöckiger Gebäude. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Es wurde offiziell noch nicht bekannt, ob es sich bei den Opfern zunächst nur um Passagiere des Airbus A320 der Pakistan International Airlines handelte oder etwa auch um Bewohner der zerstörten Gebäude. Laut Krankenhausangaben habe es sehr wohl Tote und Verletzte am Boden gegeben.

„Wir drehen um, Sir, die Triebwerke sind ausgefallen“
Eine Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Pilot und Tower wurde auf der Beobachtungs-Website liveatc.net veröffentlicht. Demnach versucht der Pilot zweimal zu landen. Den ersten Versuch brach er ab. Er flog eine Kehre und versuchte erneut, zur Landung anzusetzen. Ein Fluglotse sagte dem Piloten, er drehe offenbar nach links und komme vom Kurs ab. Der Pilot antwortete: „Wir drehen um, Sir, die Triebwerke sind ausgefallen.“ Der Fluglotse gab zwei Landebahnen für die Maschine frei. Zwölf Sekunden später setzte der Pilot einen Notruf ab: „Mayday, Mayday, Mayday!“ Erneut sagte der Lotse, zwei Landebahnen seien frei. Dann brach die Verbindung ab.

Passagiere eines anderen Flugs filmten Absturz in Wohngebiet
Augenzeugen sagten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es in dem Wohngebiet abstürzte. Ein Zeuge berichtete, der Airbus habe zuerst einen Mobilfunkmast gerammt, dann sei er über den Häusern wenige Kilometer vor dem Flughafen abgestürzt. Ein Video auf Twitter zeigt, wie Passagiere eines anderen Flugs den Absturz der Maschine in das Wohngebiet filmten.

Staatschef äußerte sich „schockiert und betrübt“
Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien sein Beileid aus. „Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz“, schrieb Khan auf Twitter. Er kündigte eine umgehende Untersuchung an. Auch der deutsche Botschafter in Pakistan, Bernhard Schlagheck, drückte den Opfern der Familien sein Beileid aus.

Zahlreiche weitere Staatschefs bekundeten ihre Anteilnahme im Kurznachrichtendienst, darunter auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der sich „niedergeschmettert“ aufgrund der „schrecklichen Tragödie“ zeigte. 

Der Luftfahrtkonzern Airbus teilte mit: „Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen.“ Weiter hieß es: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen Airbus keine bestätigten Informationen über die Umstände des Unfalls vor.“

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